Der Pferdefleisch-Skandal in Grossbritannien erreicht die Schweiz: Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von Comigel. Das Produkt des französischen Herstellers beinhaltete in Grossbritannien Pferdefleisch.

Aus diesem Grund hat der Schweizer Grossverteiler nun reagiert und das betroffene Produkt vorsorglich aus den Tiefkühlregalen genommen. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Darüber hinaus führt Coop laut eigenen Angaben Stichproben bei weiteren Produkten durch.

Im Gegensatz zu Coop sieht Konkurrentin Migros keinen Grund zu reagieren. Der Discounter Aldi, welcher vom Fleischskandal in Grossbritannien betroffen ist, führt die betroffenen Produkte in seinen Schweizer Filialen nicht im Sortiment. 

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Derweil führen mehrere kantonale Labors Dutzende von Untersuchungen an einigen Lebensmittelprodukten durch. So überprüft das Kantonale Labor Bern 30 verschiedene Proben von Fertig-Lasagne aus sämtlichen Grossverteilern. Im Aargau werden laut dem «Tages-Anzeiger» ebenfalls 30 Proben von Fleischsaucen und Hamburgern überprüft. Bis Ende Woche sollen die Ergebnisse vorliegen.

Lebensmittelkontrolleure hatten zuerst in Irland festgestellt, dass Rindfleischprodukte, wie Hamburger, auch Pferdefleisch enthielten. Daraufhin hat sich der Skandal auf weitere Staaten ausgeweitet. Eine besonders grosse Empörung gab es in Grossbritannien, wo der Verzehr von Pferdefleisch abgelehnt wird. Zu den betroffenen Firmen gehören die Supermarktkette Tesco oder Burger King.

In der Zwischenzeit hat der Pferdefleisch-Skandal die EU-Kommission aufgeschreckt. Gesundheitskommissär Tonio Borg werde sich am Mittwoch in Brüssel mit anderen Politikern treffen, um über die Auswirkungen der Affäre zu sprechen, erklärt die irische Regierung. Irland hat zurzeit die EU-Ratspräsident inne. 

(muv/chb)