Die deutsche Pfisterer Gruppe, die Komponenten für Stromleitungen herstellt, verlegt die Produktion von der Schweiz nach Tschechien. Bei der Pfisterer Sefag in Malters LU gehen gehen 60 von 200 Stellen verloren, bei der Pfisterer Ixosil in Altdorf 50 von 110 Stellen.

Das Unternehmen bestätigte am Dienstag einen Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung». Neben den beiden Standorten in der Zentralschweiz ist auch die Fertigung am deutschen Hauptsitz Winterbach betroffen. Pfisterer produziert in der Schweiz Kabelgarnituren für Hochspannungskabel und Isolatorenketten für Freileitungen.

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Stagnierender Umsatz

In einem Brief an die Mitarbeiter begründet die Unternehmensleitung die Verlagerung der Produktion nach Tschechien mit dem stagnierenden Umsatz und sinkenden Erträgen. Das Unternehmen wolle neu vermehrt als Anbieter von Systemlösungen und Dienstleistungen sowie als Projektentwickler auftreten.

Zudem müsse das Kerngeschäft effizienter werden. Das Unternehmen produziere heute an zu vielen und an zu kleinen Standorten, heisst es in dem Brief. Die Durchlaufzeiten seien zu lang, die Flexibilität zu gering und die Aufwendungen in der Logistik hoch.

Metallsparte passt nicht mehr

Die Fertigung und die Logistik sollen deshalb von Malters, Altdorf und Winterbach nach Tschechien verlegt werden. Der genaue Standort ist noch nicht bekannt, er dürfte sich aber in der Nähe der deutschen Grenze befinden. Die Verlagerung soll zwischen 2016 und 2018 vollzogen werden.

Malters und Altdorf sollen als Technologie- und Vertriebsstandorte erhalten bleiben. Die Pfisterer Sefag in Malters soll sich zudem von ihrer Metallsparte trennen, für die rund 50 Personen arbeiten. Für diesen rentablen Bereich soll ein Käufer gefunden werden, weil er nicht mehr zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens passe.

Pfisterer produziert nicht nur in Europa, sondern auch in Argentinien, China und Südafrika. Die Gruppe hat rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Umsatz des Familienunternehmens belief sich 2014 auf 251 Mio. Euro.

(sda/dbe/ama)