Der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer lässt beim britischen Konkurrenten AstraZeneca nicht locker. Nachdem die Amerikaner vor drei Monaten von der AstraZeneca-Führungsspitze abgewiesen wurden, starten sie nun einen erneuten Versuch. Gegenwärtig würden entsprechende Optionen geprüft, teilte der Konzern am Montagmorgen mit. Man sei zwei Tage zuvor an die Briten herangetreten.

Im Januar hatte Pfizer schon einmal einen Versuch unternommen und dabei 46,61 Pfund je Aktie geboten – ein Aufschlag von rund 30 Prozent auf den damaligen Aktienkurs von AstraZeneca. Am Freitag gingen die Papiere mit 40,80 Pfund aus dem Handel, womit das Unternehmen mit 51,5 Milliarden Pfund (rund 76,2 Milliarden Franken) bewertet wird.

Rund 100 Milliarden auf dem Tisch

Wie viel Pfizer möglicherweise auf den Tisch legen will, sei noch offen. Der Börsenwert von AstraZeneca hatte in der vergangenen Woche um fast acht Prozent zugelegt, nachdem die britische Zeitung «Sunday Times» vergangene Woche erstmals über den ersten Versuch Pfizers berichtet hatte. In diesem Bericht war davon die Rede, dass die Amerikaner bereit seien, rund 100 Milliarden Dollar für AstraZeneca auszugeben. Sollte es dazu kommen, wäre es eine der grössten Übernahmen in der Pharmabranche überhaupt.

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Die Pharmabranche leidet derzeit unter der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte, da viele Medikamente ihren Patentschutz verlieren. Bei AstraZeneca indes laufen viele Patente zu einem Zeitpunkt aus, an dem Konkurrenten wie Pfizer das Schlimmste hinter sich zu haben scheinen. Das macht die britische Firma zum Gegenstand von Übernahmespekulationen. AstraZeneca hat Analysten zufolge aber auch vielversprechende Mittel für die Krebs-Immuntherapie in der Pipeline, was das Unternehmen ebenfalls attraktiv macht.

(awp/reuters/chb/me/sim)