Der US-Pharmakonzern will den Biopharmaspezialisten Medivation kaufen. Pfizer bietet 81,50 US-Dollar je Aktie in bar. Damit werde das Unternehmen inklusive Schulden mit insgesamt rund 14 Milliarden US-Dollar (13,5 Milliarden Franken) bewertet, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Pfizer rechnet damit, den Deal nach nötiger Freigabe durch die Behörden im dritten oder vierten Quartal 2016 abzuschliessen. Beide Verwaltungsräte hätten der Übernahme zugestimmt.

Zugang zu Kassenschlager

Mit Medivation würde Pfizer Zugang erhalten zum Prostatakrebs-Medikament Xtandi, einem erhofften Kassenschlager. Das Mittel hat bereits viele Zulassungen erhalten, Analysten trauen ihm einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Dollar ab dem Jahr 2020 zu. Daneben hat Medivation zwei weitere Krebsmedikamente im Köcher, die künftig hohe Umsätze erzielen könnten.

Medivation hatte sich im Juli quasi selbst zum Kauf angeboten, nachdem die Kalifornier seit April von Sanofi umworben worden waren. Die Avancen der Franzosen lehnten die Amerikaner jedoch wiederholt ab. Unter anderem war Sanofi-Chef Olivier Brandicourt im Bestreben, Sanofi bei Krebsmedikamenten zu stärken, direkt bei grossen Investoren vorstellig geworden und wollte auch den Verwaltungsrat von Medivation ablösen.

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Wachstum durch Übernahmen

Pfizer ist zur Zeit dabei, sich durch Übernahmen neue Wachstumsimpulse zu sichern. Im April machte der US-Konzern bei der bislang grössten geplanten Branchenübernahme des Botox-Herstellers Allergan aber einen Rückzieher, weil die Steuervorteile des Megavorhabens nach der Schliessung von Steuerschlupflöchern in den USA nicht mehr so lohnend erschienen.

Pfizer sah sich danach anderweitig um und kam beim Hautcreme-Hersteller Anacor für über 5 Milliarden Dollar zum Zug.

(awp/ise/chb)