Nach den Zukäufen durch Bayer und Novartis und dem Gerangel um den britischen Pharmakonzern AstraZeneca kommt es zur nächsten Übernahme in der Branche. Der US-Konzern Abbott will für rund 2,9 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) die chilenische CFR Pharmaceuticals kaufen. Das Geschäft katapultiere Abbott auf einen Schlag unter die Top Ten der lateinamerikanischen Pharmafirmen, erklärten die US-Amerikaner am Freitag in Abbott Park in Illinois. CFR beschäftigt 7000 Leute und hat Standorte in Chile, Kolumbien, Peru und Argentinien.

Die Pharmabranche erlebt derzeit eine Übernahmewelle ungekannten Ausmasses. Grund sind auslaufende Patente, teure Neuentwicklungen, ein hoher Konkurrenzdruck und die Verfügbarkeit von billigem Geld. So kaufte die Leverkusener Traditionsfirma Bayer für umgerechnet gut 10 Milliarden Euro dem US-Konzern Merck & Co. das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten ab. Novartis übernahm für 14,5 Milliarden Dollar die Onkologiesparte von GlaxoSmithKline. Viagra-Hersteller Pfizer buhlt seit Januar um AstraZeneca. Die Briten wehren sich jedoch. Das Angebot steht momentan bei umgerechnet 77 Milliarden Euro.

Deal so gut wie sicher

Die Übernahme in Chile ist dagegen so gut wie ausgemacht: Abott hat 73 Prozent an CFR sicher und will auch den restlichen Aktionären ein Angebot machen. Zustimmen müssen noch die Wettbewerbshüter. Samt Schulden wäre der Deal 3,3 Milliarden Dollar schwer.

(awp/me)