Für den schleppend verlaufenden Aktienkurs des Basler Pharmakonzerns Novartis sind in jüngster Zeit zwei Erklärungen aufgetaucht. Einerseits spielt wohl der Wunsch Daniel Vasellas eine Rolle, an seinem Doppelmandat als Chef und Verwaltungsratspräsident festhalten zu wollen. Er habe immer noch «viele Ideen und Energie», sagte er am vergangenen Wochenende in Boston. Andererseits habe Pharmachef Thomas Ebeling gegenüber Analysten zugegeben, dass es Novartis dieses Jahr wohl nicht schaffen werde, wie vorgesehen acht neue Medikamente lancieren zu können.

Roche will hoch hinaus

Wie ein Silberstreif am Horizont ist zumindest der Beschluss der EU-Gesundheitsbehörde aufgetaucht, dem Diabetesmittel Galvus die Zulassung zu erteilen. In den USA muss Novartis aber weitere Studien abliefern, sodass eine Zulassung nicht vor 2010 zu erwarten ist. Dieser Beschluss würde dem Kurs des Titels aber endlich positive Impulse verleihen, da Galvus als Blockbustermedikament gilt.
Doch auch beim lokalen Konkurrenten Roche wächst die Skepsis unter den Investoren. Denn noch ist nicht klar, wie CEO und Verwaltungsratspräsident Franz Humer die feindliche Übernahme des US-Diagnostikunternehmens Ventana tatsächlich umsetzen will. Roche musste die Angebotsfrist bereits drei Mal verlängern.
Dafür hat das Unternehmen die Pläne für sein neues Hochhaus bekräftigt, in dem der Hauptsitz des Konzerns angesiedelt werden soll. Dieses soll 154 m hoch werden und 2012 eröffnet werden können. Noch fehlen aber die Baubewilligungen des Kantonsparlaments.