Im Rennen um die Merck & Co-Sparte mit rezeptfreien Medikamenten gibt sich der britische Pharma- und Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser geschlagen. Man stehe nicht länger in aktiven Verhandlungen mit Merck & Co, teilte Reckitt in London mit. Damit steigen die Chancen für den angeblich ebenfalls interessierten deutschen Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Ein Sprecher des Leverkusener Unternehmens wollte auf Nachfrage auch weiterhin keinen Kommentar abgeben.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Vortag unter Berufung auf Kreise berichtet, Bayer sei zu einem Tausch von einigen Pharmageschäften bereit, um die Briten auszustechen, die lediglich eine reine Barofferte ins Auge gefasst hätten. Reckitt hatte am Montag offiziell sein Interesse bekundet.

Ausschau nach geeigneten Kandidaten

Reckitt-Chef Rakesh Kapoor begründete den Rückzug damit, dass der Kauf des Geschäfts nicht den internen Investment-Kriterien gerecht geworden sei. Gleichwohl kündigte Kapoor an, weiterhin Ausschau nach geeigneten Kandidaten zu halten. Der Markt für rezeptfreie Medikamente sei stark fragmentiert, sagte er. Ein Kauf müsse aber sowohl strategisch als auch finanziell für den Konzern passen.

Rezeptfreie Mittel sind derzeit begehrt. Sie gelten als wichtiger Stabilisator mit geringeren Risiken im Vergleich zum klassischen Pharmageschäft. Der Wert der Sparte von Merck & Co wird auf rund 14 Milliarden US-Dollar geschätzt.

(awp/dbe)