Der Standort Schlieren steht vor dem Aus, der Forschungsstandort ESBATech soll geschlossen werden. Das kostet 73 Mitarbeiter ihren Job. Auch die etwa 18-köpfige Biotech-Abteilung in Shanghai wird geschlossen. Novartis will seine biotherapeutische Forschung künftig an zwei Standorten in Basel und Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts konzentrieren, wie Novartis-Sprecher Satoshi Jean-Paul Sugimoto sagte. Er bestätigte eine Meldung von Blick.ch. An den genannten Standorten gebe es bereits ein grosses Know-how im Biologikabereich.

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Die Mitarbeitenden wurden am Mittwoch über die Pläne informiert. Nun läuft das Konsultationsverfahren an. Es sei geplant, 20 bis 25 neue Stellen im Biologics Center in Basel zu schaffen, sagte Sugimoto weiter. Zudem gebe es weitere offene Stellen im Novartis-Konzern, auf die sich die Mitarbeitenden bewerben könnten.

Verband fordert konzerninterne Lösung für Betroffene

Der Verband Angestellte Schweiz fordert in einer Mitteilung das Management von Novartis auf, den betroffenen Angestellten im Unternehmen eine neue Stelle anzubieten. Sie sollen sich für die in Basel aufzubauenden Arbeitsstellen bewerben können, heisst es.

«Die betroffenen Angestellten sind bestens ausgebildet und verfügen über viel Erfahrung und Know-how», so Daniel Christen, Regionalsekretär Chemie/Pharma der Angestellten Schweiz. «Für sie findet sich im Unternehmen darum bestimmt eine neue Aufgabe.»

Tropeninstitut nach Kalifornien verlegt

Die Novartis-Tochter Alcon hatte das Biotechnologieunternehmen und Spin-Off der Universität Zürich ESBATech 2009 übernommen. Inzwischen ist ESBATech kein Teil von Alcon mehr. Anfang Jahr stellte Novartis die schwächelnde Augendivision neu auf.

Nicht nur in Schlieren und Schanghai wird gekürzt. Auch in Singapur wird demnach das Institute for Tropical Diseases (NITD) geschlossen. Die Forschungsprogramme und Tätigkeiten werden nach Emeryville nach Kalifornien verlegt. Dort soll sich das NITD die Räumlichkeiten mit dem Infektionskrankheiten-Forschungsteam teilen.

Für Novartis ist das laufende Jahr ein Übergangsjahr. Im Juli hatte Novartis bereits seine Pharmasparte umgebaut und das Krebsgeschäft ausgegliedert. Die Sparte teilte sich damit in die beiden neu geschaffenen Geschäftseinheiten Novartis Pharmaceuticals und Novartis Oncology. Zudem dürften Investitionen in die Vermarktung potenzieller Blockbuster-Medikamente - die mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen - den Gewinn dieses Jahr drücken.

(me/cfr/chb mit Material von awp)