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Pharmasuisse klagt gegen Versandapotheke Zur Rose

Versandapotheke zur Rose: will auch nicht rezeptpflichtige Medikamente verschicken. (Bild: Keystone)

Der Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse geht juristisch gegen die Versandapotheke Zur Rose vor. Die Klage richtet sich gegen den Versandhandel mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten.

Veröffentlicht am 24.04.2011

Der Apothekerverband Pharmasuisse hat beim Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau Klage gegen die Versandapotheke zur Rose eingereicht. Walter Oberhänsli, Chef der Versandapotheke mit Sitz in Frauenfeld, bestätigte einen entsprechenden Bericht des "SonntagsBlicks". Der Grund für die Klage ist der Versand nicht verschreibungspflichtiger Medikamente. Mit dem Verschicken von nicht rezeptpflichtigen Arzneien begonnen hat Zur Rose Anfang Jahr - sehr zum Ärger der traditionellen Apotheken. Laut Pharmasuisse schränkt die fehlende Fachberatung beim Postversand den Patientenschutz ein.

Der Versandhandel mit Medikamenten ist eigentlich verboten. Liegt allerdings ein Rezept eines Arztes vor, erlaubt das Gesetz das Verschicken der Arzneimittel ausdrücklich. Wer bei der Ostschweizer Versandapotheke nicht rezeptpflichtige Medikamente bestellt, muss daher einen Fragebogen zu Handen eines Arztes ausfüllen, der anschliessend das erforderliche Rezept ausstellt.

Zur Rose: Angebot entspricht Kundenbedürfnis

Laut Oberhänsli wurde der Versand der nicht rezeptpflichtigen Medikamente vorerst mit Kunden getestet, die sich bereits rezeptpflichtige Produkte per Post zukommen lassen. In Deutschland ist der Versand rezeptfreier Arzneien bereits seit sechs Jahren möglich. Die Erfahrung dort zeige deutlich, dass das für die Schweiz neue Angebot einem Kundenbedürfnis entspreche.

Die Versandapotheke Zur Rose sieht denn auch keinen Grund, das Angebot aufgrund der Klage von Pharmasuisse einzustellen. "So lange nicht ein Gericht sagt, unsere Tätigkeit sei illegal, bleibt das Angebot bestehen", sagte Oberhänsli. Der Chef der Versandapotheke fühlt sich zudem auf der sicheren Seite, da man vor dem Start des Angebots juristische Abklärungen getroffen und Vorabklärungen bei den zuständigen kantonalen Ämtern durchgeführt habe.

Die Versandapotheke Zur Rose hat im vergangenen Jahr in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz einen Umsatz von insgesamt knapp 490 Millionen Franken erzielt und einen Gewinn von 3,6 Millionen Franken erwirtschaftet.

(laf/sda)

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