Der niederländische Elektronikkonzern Philips profitiert weiter von seiner Medizintechniksparte. Vor allem dank des guten Abschneidens mit Geräten wie Computertomographen und MRT-Scannern kletterte der Umsatz des Konzerns im ersten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 5,52 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Im Tagesgeschäft lief es runder: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) legte um 14 Prozent auf 374 Millionen Euro zu. Beide Werte fielen besser aus als von Experten geschätzt. Für Analyst Alok Katre von der französischen Investmentbank Societe Generale war insbesondere der Umsatz eine positive Überraschung.

Trennung belastet

Unter dem Strich blieb wegen Belastungen aus der Aufspaltung des Konzerns mit 37 Millionen Euro aber nur gut ein Drittel des Gewinns von vor einem Jahr übrig. In den ersten drei Monaten lastete der Trennungsprozess auch auf dem Gewinn. Insgesamt schlugen dafür im Quartal 52 Millionen Euro Kosten zu Buche, aufs Jahr gesehen kalkuliert das Management für die Neuaufstellung nun mit 200 bis 225 Millionen Euro Kosten. Im Januar hatte man noch mit bis zu 300 Millionen Euro gerechnet.

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Erfreuliches aus Nordamerika

Vor allem in Nordamerika liefen die Geschäfte für die Niederländer besser. Die Medizintechniksparte konnte - Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe herausgerechnet - die Erlöse insgesamt um 5 Prozent steigern. In der Lichtsparte lag das kräftig wachsende LED-Geschäft anteilsmässig nun gleichauf mit den traditionellen Lampen, insgesamt ging aber wegen des Rückgangs in dem angestammten Bereich der Umsatz mit Beleuchtung zurück.

Börsengang der Lichtsparte

Philips ist noch immer dabei, sich von dem angestammten Lichtgeschäft zu trennen. Im Januar war der angedachte milliardenschwere direkte Verkauf des Bereichs mit LED- und Autolichtern an einen chinesischen Investor vorerst geplatzt. Konzernchef Frans van Houten sieht das Unternehmen hier aber dennoch auf Kurs. Mit besserer Stimmung an den Aktienmärkten in den jüngsten Monaten werde auch ein Börsengang der Sparte anstatt eines Verkaufs wahrscheinlicher, hiess es erstmals öffentlich. Den Konzernausblick für das laufende Jahr bekräftigte van Houten.

Börse skeptisch

Die Aktie gab daraufhin nach dem Handelsstart in Amsterdam trotz besser als erwartet ausgefallener Zahlen zum Umsatz und operativem Ergebnis um über 4 Prozent nach. Händler sorgten sich darum, dass ein direkter Verkauf wohl schwieriger geworden sei - und dem Konzern die Anteile daher vermutlich auch bei einem Börsengang nicht aus den Händen gerissen würden.

(awp/chb/ama)