Der Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinnsprung hingelegt. Unter dem Strich blieben 13,1 Millionen Euro oder 35 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Der Umsatz legte ebenfalls zu, der Bestellungseingang hingegen ging zurück.

Bei der Gewinnsteigerung ist zu berücksichtigen, dass sich das Ergebnis währungsbedingt um 0,9 Millionen Euro verbesserte, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Vorjahressemester war das Resultat durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses stark beeinträchtigt. Im ersten Halbjahr 2016 schenkte die Abwertung des britischen Pfunds dem Unternehmen Währungsverluste von 0,4 Millionen Euro ein.

Währungseffekte belasten

Der Umsatz legte um 3,8 Prozent auf 292,4 Millionen Euro zu. Ohne Währungsturbulenzen hätte ein Plus von 5,6 Prozent herausgeschaut. Organisch betrug das Wachstum 2,6 Prozent. Zu dem Wachstum trugen alle drei Sparten bei. Die grösste - mechanische Komponenten - steigerte den Umsatz um 4,6 Prozent auf 142,4 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis sank allerdings. Die Division Gehäusetechnik setzte 0,5 Prozent und damit 89,4 Millionen Euro um.

ELCOM/EMS verzeichnete einen Umsatzanstieg um 7,2 Prozent auf 60,6 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis dieser Sparte lag 3 Millionen im Minus, wovon 1,4 Millionen auf einen Sondereffekt durch die Schliessung des deutschen Standorts Platthaus zurückgehen. Wie das Management im Communiqué versichert, befinden sich die Turnaround-Massnahmen in der Division vor der Vollendung. Die Auftragsbücher würden sich füllen und der Durchbruch zur Profitabilität noch dieses Jahr erreicht werden.

Phoenix Mecano ist am Sparen

Der Auftragseingang schrumpfte derweil um 3,4 Prozent auf 289,5 Millionen Euro. Grund war eine 2015 wegen der Währungsturbulenzen vorgenommene Preiserhöhung, welche im ersten Halbjahr 2015 zu einem Bestellungsboom geführt hatte.

Phoenix Mecano ist am Sparen. Wie im Februar bekannt wurde, soll das Werk im deutschen Obergünzburg geschlossen werden. Zudem sucht die Firma einen Käufer für zwei weitere kleinere Standorte in Deutschland. Der Produktionsprozess für Folientastaturen soll schlanker werden und der Konzern will seine Kapazitäten am kostengünstigen Standort im ungarischen Kecskemét optimal auslasten.

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Für das Gesamtjahr rechnet Phoenix Mecano mit einem Betriebsergebnis von 34 bis 40 Millionen Euro, sollten die Konjunkturbedingungen stabil bleiben und aussergewöhnliche Ereignisse ausbleiben. Die Nachfrage sollte stabil bleiben. Bei den mechanischen Komponenten mit den Antrieben für Komfortmöbel und die Pflege sei weiter demografisch und technisch getriebenes Wachstum absehbar, hiess es weiter.

(sda/gku/mbü)