Um seinen Piloten eine modernere Ausbildung zu bieten, setzt Jordanien künftig auf Schweizer Qualität. Das Königreich bestellt neun Trainingsflugzeuge vom Typ Pilatus PC 9 M. Zum Auftrag gehört auch ein Simulator, Trainingsmaterial und eine umfassende Logistikunterstützung. Über den Preis wollte Pilatus auf Anfrage keine Angaben machen. Experten schätzen die Kosten für einen PC 9 M auf sechs bis neun Millionen Franken.

Der Vertragsunterzeichnung seien «harte, über viele Jahre andauernde Verhandlungen» vorausgegangen, so Pilatus in einer Mitteilung. Umso grösser ist nun die Freude bei Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk: «Natürlich freut es mich, dass sich Pilatus gegen namhafte, internationale Mitkonkurrenten durchsetzen konnte und sich die Luftwaffe in der Endrunde für unseren PC-9 M entschieden hat», so Schwenk.

Basistraining und Ausbildung für Fortgeschrittene

«Unsere Nische sind Trainingsflugzeuge, die so gut sind, dass man von ihnen direkt auf ein hochstehendes Kampfflugzeug umsteigen kann», sagte Schwenk einem früheren Interview mit handelszeitung.ch. Der PC-9 M eigne sich ebenso für das Basistraining wie auch für die Fortgeschrittenenausbildung, so Pilatus auf der Webseite.

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Der 1984 gestartete PC 9 wurde immer wieder weiterentwickelt und ist dank mehreren Multi-Funktions-Anzeigen und Head-Up-Display auf dem neusten Stand der Technik. Das Flugzeug wird bisher von mindestens 15 Luftwaffen weltweit eingesetzt. Zu den militärischen Betreibern gehören Schwergewichte wie die USA, Australien und Saudi-Arabien, aber auch kleinere Luftwaffen wie die von Myanmar oder dem Tschad. Die tschadische Maschine hatte 2007 für Medienrummel gesorgt, weil sie wahrscheinlich von der Regierung für den Kampfeinsatz gegen Rebellen umgerüstet wurde.

Kriegseinsatz gegen die IS-Terroristen

Solche Verwicklungen sind im Fall von Jordanien indes nicht zu befürchten. Das Königreich gehört in der Region zu den engsten Verbündeten des Westens. Zwar beteiligt sich Jordanien aktiv an den Luftschlägen gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Im Krieg setzt die jordanische Luftwaffe indes auf Kampfjets wie die F-16 des amerikanischen Herstellers Lockheed Martin.

Sehen Sie in der Bildergalerie das Rollout des neusten Pilatus-Fliegers PC-24 vor einem Jahr in Stans.