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Streit
Piloten drohen Lufthansa mit neuen Streiks

Flieger der Lufthansa: Die Maschinen könnten bald wieder am Boden bleiben.   Keystone

Die Tarifgespräche zwischen den Piloten und der Swiss-Mutter Lufthansa sind erneut gescheitert. Die Pilotengewerkschaft Cockpit warnt deshalb: Streiks könnten jederzeit erfolgen.

Veröffentlicht am 02.09.2015

Flugreisende müssen bei der Lufthansa wohl wieder mit Streiks der Piloten rechnen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Tarifgespräche mit dem Unternehmen am Mittwoch erneut für gescheitert erklärt.

In einem Spitzengespräch mit dem Vorstandschef Carsten Spohr habe Lufthansa auf den Plänen beharrt, Flugzeuge ins Ausland auszuflaggen und damit Arbeitsplätze aus Deutschland zu verlagern, teilte die VC mit. Daher seien nun Streiks der Piloten wieder jederzeit möglich.

«Ab sofort muss bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings jederzeit mit Arbeitskampfmassnahmen gerechnet werden», sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Lufthansa lehnte zunächst eine Stellungnahme ab.

«Keine gemeinsamen Lösungen anstrebt»

«Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung», sagte Wahl. «Es wird offensichtlich, dass dieser Konzernvorstand keine gemeinsamen Lösungen anstrebt.»

Die VC hatte dem Unternehmen zuletzt nach eigenen Angaben Einsparmöglichkeiten in einem Volumen von rund 500 Millionen Euro angeboten. Unter anderem sollte innerhalb des Konzerntarifvertrags eine Tarifgruppe für eine Billigfluglinie eingeführt werden.

300 Millionen Euro Schaden

«Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht», sagte Wahl. Die Piloten haben in dem Konflikt bereits zwölfmal gestreikt und dem Unternehmen einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro zugefügt.

Dabei hatte es Anfang August noch so ausgesehen, als könnten sich beide Seiten doch noch einigen. Vor allem bei Konzernchef Spohr wuchs die Hoffnung, den lästigen und teuren Dauertarifstreit endlich beilegen zu können.

Kurze Freude

Allerdings war auch Spohr klar, dass es noch Hindernisse gibt. «Ich freue mich, dass wir wieder reden», sagte der Manager Anfang vergangenen Monats. Die Freude hielt nur kurz.

Die Gewerkschaft hatte zuvor nach zwölf Streikrunden im Juli angeboten, innerhalb des Lufthansa-Tarifvertrags niedrigere Gehaltstarife für Piloten der geplanten Billigplattform Eurowings zu akzeptieren.

Die Lufthansa müsse dafür aber die geplante Ausflaggung von Jets an ausländische Gesellschaften aufgeben. Auch sollten die Lufthansa-Piloten dem VC-Angebot zufolge zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand gehen.

(reuters/dbe/ama)

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