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Suizidrate
Pilotinnen sollen Airlines sicherer machen

Fugzeuge von Swiss: Bei der Airline gibt es kaum Pilotinnen.   Keystone

Bei der Swiss sitzen kaum Frauen im Cockpit. Laut einer Psychologin könnten jedoch gerade Pilotinnen für mehr Sicherheit sorgen. Denn: Bei Frauen ist die Suizidrate deutlich tiefer als bei Männern.

Veröffentlicht am 29.03.2015

Vor allem Männer sind als Piloten, Lokführer oder Bus-Chauffeure tätig. Bei der Swiss sind von 1341 Piloten nur gerade 59 Frauen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Ein ähnliches Geschlechterverhältnis zeigt sich bei den SBB und beim Postauto: Von 3500 Lokführern sind 80 Frauen und von 3079 Postauto-Chauffeuren sind 245 Frauen.

Diesen Anteil erachtet Gabriela Stoppe als deutlich zu tief. Sie ist Psychiaterin und Vizepräsidentin von Ipsilon, dem Dachverband für Suizidprävention in der Schweiz. «Es wäre nicht nur wegen der Durchmischung sinnvoll, mehr Frauen für den Transport von Menschen zu engagieren, sondern vor allem auch wegen der Sicherheit», sagt Stoppe gegenüber der Zeitung.

Suizid bei Männern häufigste Todesursache

Ihre Aussage begründet sie damit, dass Frauen eine deutlich tiefere Suizidrate haben. «Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch in Europa ein Pilot mit dem Flugzeug einen Suizid begeht.» Der Suizid ist bei Männern zwischen 15 und 44 Jahren in der Schweiz die häufigste Todesursache. 240 Männer haben sich 2012 das Leben genommen.

Zwar ist die Zahl der Selbsttötungen in den letzten zehn Jahren leicht zurückgegangen, doch noch immer nehmen sich dreimal mehr Männer das Leben als Frauen. «Dies sollte bei der Auswahl eines Piloten, Chauffeurs oder Lokführers auch berücksichtigt werden», sagt Stoppe.

ddd

Die Psyche der Piloten überprüft der Fliegerarzt heute beim Eignungstest. Danach folgen jährlich lediglich medizinische Tests. Vergleichbar ist das Vorgehen bei den SBB und der Post. Angehende Postauto-Chauffeure werden vor allem auf Belastbarkeit, Beobachtungsfähigkeiten sowie auf aggressive Verhaltensweisen geprüft und angehende Lokführer auf berufsbedingte Eigenheiten wie Einsamkeit oder repetitive Tätigkeiten.

Das reiche laut Psychiaterin Stoppe nicht. Es würde auch im späteren Berufsleben psychologische Tests brauchen. Und zwar von psychiatrisch geschulten Ärzten. Ob die Swiss die Psyche ihrer Piloten künftig einmal im Jahr testet, wird bei der Airline derzeit diskutiert.

(dbe)

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