«Wir nutzen die Verwerfungen im Markt», sagte Andrew Bosomworth, Pimco-Analyst und Leiter des Portfoliomanagements der Allianz-Tochter in München, der Nachrichtenagentur Reuters. Pimco habe bisher unterdurchschnittlich in italienische Anleihen investiert. Das werde nun geändert.

Die zuletzt rapide Verteuerung italienischer Kreditausfallversicherungen (CDS) sei Ausdruck von Panik und nicht eines funktionierenden Markts. Italien sei nicht mit Griechenland vergleichbar.

In der deutschen Tageszeitung «Die Welt» verwies der Pimco-Manager darauf, dass der Grossteil der Anleihen von einheimischen Sparern gehalten werde. «Das reduziert die Gefahr, dass viel Geld aus dem Land abgezogen wird.»

Sollte sich die Situation dennoch nicht beruhigen, sieht Bosomworth dem Bericht zufolge die Europäische Zentralbank (EZB) in der Pflicht, einen Dominoeffekt zu verhindern. «Sie müsste massiv Staatsanleihen kaufen und so den Zinsanstieg aufhalten», sagte er der Zeitung. Er gehe derzeit allerdings nicht davon aus, dass die Situation ausser Kontrolle gerate.

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Bosomworth distanzierte sich von der Option, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen könne. Das sei nicht mehr kontrolliert möglich. «Ein Austritt würde mit einem ungeordneten Kapitalschnitt einhergehen und die Märkte ins Chaos stürzen», erläuterte der Portfoliomanager. Im Juni hatte Bosomworth einen Euro-Austritt Griechenlands als Alternative zu einer Staatspleite genannt.

Pimco (Pacific Investment Management Company) ist mit einem verwalteten Vermögen von rund einer Billion Dollar die weltweite Nummer eins unter den Anleiheinvestoren. Das kalifornische Unternehmen war im Jahr 2000 vom deutschen Versicherungskonzern Allianz übernommen worden.

(cms/rcv/sda)