Hauptmotor für die Innovation ist ohne Zweifel das Streben der Marktteilnehmer nach Gewinn und wirtschaftlichem Erfolg. Der Markt muss eine Struktur aufweisen, die den Akteuren die dazu notwendigen Freiheiten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gibt. Für den Schweizer Finanzmarkt können die Rahmenbedingungen als sehr gut bezeichnet werden.

Folgende vier Elemente begünstigen Innovationen im Finanzbereich:

Technologischer Fortschritt Die Investmentbanken sind aufgrund der technologischen Fortschritte der letzten Jahre in der Lage, auch sehr komplizierte Finanzprodukte korrekt zu bewerten. So stellt beispielsweise die Bewertung eines strukturierten Produktes mit einer relativ langen Laufzeit, dessen Rückzahlungsmodalitäten zudem die Verwendung exotischer Optionen erfordert, keine unüberwindbare Hürde mehr dar. Verschiedene Optionspreismodelle und Simulationstechniken erlauben der emittierenden Bank, dieses Finanzprodukt korrekt zu bewerten. Insbesondere im Bereich der strukturierten Produkte ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten.

Geografische Ausweitung des Anlageuniversums Zahlreiche Emerging Markets sind in den letzten Jahren in das Blickfeld der Anleger gerückt. Das mögliche Anlageuniversum hat sich massiv erweitert. Indien, China, aber auch Länder im Mittleren und Nahen Osten oder sogar Afrika sind neu im Fokus der Anleger. Wo es noch keine Produkte gibt, wird nach Möglichkeiten gesucht, diese Lücken zu schliessen.

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Minimierung der Kosten Die Akteure der Finanzmärkte sind im Interesse der Kunden bestrebt, die Transaktionskosten zu minimieren. Dies führt dazu, dass nach immer neuen und noch effizienteren Wegen gesucht wird, um in eine bestimmte Anlagekategorie zu investieren oder um eine bestimmte Exposure-Situation zu erreichen. Ein Beispiel sind die strukturierten Produkte, welche die Renditen von Hedge-Fonds auf synthetische Art replizieren. Durch die synthetische Replikation kann ein Teil der oftmals hohen Kosten einer Investition in Hedge-Fonds vermieden werden.

Veränderung des regulatorischen Umfeldes Innovation lässt sich oft auch als Antwort auf ein sich veränderndes regulatorisches Umfeld verstehen. Werden bestimmte Finanzprodukte mit einer Steuer belegt oder müssen neu die Erträge auf gewissen Finanzprodukten versteuert werden, ist es eine Frage der Zeit, bis Finanzprodukte entwickelt werden, die im Risiko-Ertrags-Profil den zu versteuernden sehr ähnlich sind, aber eben der Steuer just nicht unterliegen.

Die Schweiz ist hervorragend positioniert, um im Bereich der Finanzinnovationen international an vorderster Front mitzuhalten. Die zahlreichen Universitäten und Hochschulen in der Schweiz sind Garant für ein hohes Ausbildungsniveau. Im Bankensektor in der Schweiz arbeiten mehr als 120000 Personen. Rund 350 Banken sind in der Schweiz vertreten. Ein Drittel des offshore verwalteten, weltweiten Privatvermögens ist diesen Banken in der Schweiz anvertraut. Dies sind beeindruckende Zahlen, die aufzeigen, dass die Schweiz ein Kompetenzzentrum ersten Grades ist.

Gerade die Tatsache, dass so viele Leute aus den unterschiedlichsten Ländern ihr Vermögen in der Schweiz verwalten lassen, zwingt die Schweizer Banken dazu, die technologischen Möglichkeiten jederzeit voll auszunutzen, ein möglichst vollständiges «Anlageuniversum» an Produkten anzubieten, dies zu möglichst niedrigen Transaktionskosten und unter Berücksichtigung des regulatorischen Umfelds der Kunden in den Herkunftsländern.

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