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Pläne für Dell-Rückkauf geraten ins Wanken

Der Rückkauf von Dell durch dessen Begründer steht plötzlich auf unsicheren Füssen. (Bild: Keystone)

Das wird Michael Dell kaum freuen: Weil sich ein gewichtiger Investor Medienberichten zufolge gegen den geplanten Rückkauf des Computerherstellers ausspricht, könnte der Deal am Ende doch noch platzen

Veröffentlicht am 07.03.2013

Für Michael Dell wird es möglicherweise schwerer, den von ihm gegründeten Computerhersteller zurückzukaufen. Nach Informationen des US-Wirtschaftssenders CNBC hat der umtriebige amerikanische Investor Carl Icahn in den vergangenen zwei Wochen nach und nach Dell-Aktien aufgekauft und inzwischen einen Anteil von 6 Prozent angesammelt.

CNBC hält es für wahrscheinlich, dass sich Icahn gegen die Übernahme ausspricht und stattdessen die Ausschüttung einer Sonderdividende verlangt. Auch die «New York Times» und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichteten unter Berufung auf informierte Personen über derartige Pläne. Der Investor selbst äusserte sich nicht dazu. Bereits die zwei Dell-Grossaktionäre Southeastern Asset Management und T. Rowe Price stemmen sich gegen das 24,4 Milliarden Dollar schwere Geschäft, weil ihnen der Preis von 13,65 Dollar je Aktie zu niedrig ist. Die beiden halten zusammengenommen rund 13 Prozent am Unternehmen.

1984 gegründete Firma zurück zum Gründer

Icahn ist bekannt dafür, bei seinen Investments keine Konfrontation zu scheuen. Das nötige Spielgeld dafür besitzt er: Das US-Magazin «Forbes» führt ihn auf seiner Liste der Superreichen auf Platz 26 mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Michael Dell liegt auf Rang 49 mit geschätzten 15,3 Milliarden Dollar. Michael Dells Reichtum liegt vor allem in den verbliebenen 14 Prozent, die er an Dell hält. Er will die von ihm 1984 gegründete Firma aber mit Hilfe von Investoren ganz zurückkaufen und von der Börse nehmen. Dann plant er einen radikalen Umbau des PC-Herstellers, der schwer unter dem Wandel der Branche hin zu Smartphones und Tablet-Computern leidet.

Der US-Computerbauer Dell hatte den geplanten Verkauf an Michael Dell noch am Mittwochmorgen gegen die Kritik der Grossaktionäre verteidigt. «Wir haben hart verhandelt, um den Aktionären den bestmöglichen Preis zu sichern», erklärte ein eigens eingesetztes Komitee des Verwaltungsrats am Firmensitz im texanischen Round Rock.

Verkauf unter Wert

Das Gremium sucht aber parallel nach alternativen Bietern - auch um sich juristisch gegen die Kritik abzusichern, Dell unter Wert verhökert zu haben. Nach Informationen von Bloomberg haben die Investmentfirma Blackstone sowie die Dell-Konkurrenten Lenovo und Hewlett-Packard Interesse gezeigt. Laut «Wall Street Journal» soll auch Dell-Grossaktionär Southeastern Asset Management erwogen haben, zusammen mit einem Partner kurzerhand ein Gegenangebot abzugeben.

Der Dell-Verwaltungsrat will noch bis zum 22. März die Augen nach möglichen anderen Käufern offenhalten. Michael Dell und seine Partner - zu denen auch der Software-Konzern Microsoft als Finanzier gehört - wollen die Übernahme bis zum 5. November abschliessen. Dazu jedoch brauchen sie die Zustimmung anderer Anteilseigner.

(muv/tke/awp)

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