Rückschlag für Dietmar Hopp: Das Biotechunternehmen Agennix, an dem der SAP-Mitgründer zuletzt 69 Prozent hielt, wird nach zahlreichen Fehlschlägen bei der Entwicklung neuer Medikamente aufgelöst. Die Aktionäre stimmten auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung für die Liquidation der deutsch-amerikanischen Firma zum Monatsende.

«Dieser Schritt ist uns ausserordentlich schwer gefallen», sagte Vorstandssprecher Torsten Hombeck. «Dennoch glauben wir, dass er unter den gegebenen Umständen der einzig richtige ist.»

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Die verbliebenen Barmittel werden nach Angaben der Firma vermutlich nicht ausreichen, um den Abwicklungsprozess zu finanzieren und alle ausstehenden Verbindlichkeiten zu begleichen. Die an der Frankfurter Börse gelistete Agennix-Aktie stürzte um 13 Prozent auf zehn Cent ab.

Weitere Enttäuschung für die Branche

Für die Biotechbranche in Deutschland, die bisher kaum grosse Erfolge vorweisen kann, ist das Aus von Agennix eine weitere Enttäuschung.

Das Unternehmen hatte nach ersten positiven Studiendaten grosse Hoffnungen auf das Medikament Talactoferrin gesetzt, das zur Behandlung von Lungenkrebs und von schweren Blutvergiftungen eingesetzt werden sollte. In späteren Studie erwies sich das Mittel aber nicht als wirksam.

Agennix war 2009 mit der Münchner GPC Biotech fusioniert, als GPC nach dem Scheitern seines wichtigsten Krebsmittels Satraplatin vor dem Aus stand. Nur die Fusion mit Agennix hatte GPC damals das Weiterbestehen gesichert.

Dieses Mal fand der Vorstand keinen Partner, um die Gesellschaft am Leben zu halten. «Zu unserem grossen Bedauern sehen wir es als nicht wahrscheinlich an, rechtzeitig eine Transaktion erfolgreich zum Abschluss bringen zu können», sagte Hombeck. 

(vst/jev/reuters)