Rund 30 von 81 Krankenkassen besitzen zu wenig Reserven. Das hat Folgen: Das Risiko, dass ein Krankenversicherer in Zahlungsschwierigkeit gerät, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Dies zeigen Berechnungen des CSS-Gesundheitsökonomen Konstantin Beck. «Bei fünf grossen Versicherern bedeutet dies alle zwölf Jahre einen möglichen unverschuldeten, grossen Konkurs.»

Mitverantwortlich für diese Situation ist der frühere Bundesrat Pascal Couchepin. Seine Idee war es, mit dem angeordneten Reservenabbau die Aufschläge bei den Krankenkassenprämien zu reduzieren. Dummerweise setzte in derselben Zeit die Finanzkrise ein, womit neben tieferen Einnahmen und Reserven auch die für die Kassen wichtigen Einnahmen aus den Kapitalmärkten dahinschmolzen. Entsprechend müsse die Aufsicht vorsichtiger agieren, sagt Beck: «Krankenkassen haben eine grundsätzliche Systemrelevanz.»