Nach den heftigen Attacken Deutschlands auf das Schweizer Bankgeheimnis wünscht sich die Politik ein offensiveres Vorgehen des Bundesrats. «Eine Task Force wäre ein gutes Zeichen», sagt Finanzexperte und SVP-Nationalrat Hans Kaufmann. Er nimmt die Idee auf, die Ex-Botschafter Thomas Borer in der letzten Ausgabe der «Handelszeitung» lanciert hat.

Auch SP-Nationalrätin Hildegard Fässler begrüsst die Idee einer Task Force. Denn: «Ich habe den Eindruck, dass das Finanzdepartement die ganze Angelegenheit unterschätzt.» Zwar haben in den letzten Tagen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer und die Bankiervereinigung dezidiert Stellung zu den Vorwürfen aus Deutschland genommen, doch den Bundesratsparteien ist dies zu wenig. Sie sind überzeugt, dass der Druck auf die Schweiz von allen Seiten zunehmen wird.

Deshalb fordert Urs Schwaller, CVP-Fraktionschef, vom Bundesrat einen Fahrplan. Er soll aufzeigen, «mit welchen Mitteln und Massnahmen die Regierung in den nächsten beiden Legislaturperioden die Schweiz zu den weltweit führenden Steuer- und Unternehmensstandorten machen will».

Die FDP will nichts überstürzen. FDP-Präsident Fulvio Pelli gibt zu bedenken: «Wir dürfen nach aussen unter keinen Umständen so tun, als würden oder müssten wir uns für das Bankgeheimnis entschuldigen.»

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