Raazzia bei Standard & Poor's (S&P): Die Polizei hat in Mailand das dortige Büro der US-Ratingagentur durchsucht. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen, die 2010 wegen des Verdachts auf Marktmanipulation zunächst gegen Moody's eingeleitet und dann auf S&P ausgeweitet wurden, sagte ein Anwalt der Agentur.

Die Finanzpolizei aus Bari habe auf Anordnung der Staatsanwaltschaft von Trani in Süditalien gehandelt, verlautete aus Ermittlerkreisen in Mailand.

Die Ermittlungen waren Ende 2010 eingeleitet worden, nachdem Konsumentenverbände gegen eine Bewertung von Moody's geklagt hatten, die die Börsenkurse italienischer Banken nach unten rauschen liess.

Die Ermittlungen wurden auf Standard & Poor's ausgeweitet, nachdem auch diese Agentur im Frühjahr und Sommer 2011 Erklärungen zu Italien veröffentlicht hatte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft waren die Inhalte zum Teil unbegründet, hatten jedoch ebenfalls negative Folgen für die Märkte.

Die US-Ratingagenturen stehen massiv in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, die Krise in der Euro-Zone verschärft zu haben, indem sie die Kreditwürdigkeit einiger Länder in entscheidenden Momenten herabstuften.

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(tno/sda)