Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte ehemalige Präsident des FC Bayern München wurde erpresst: Wie die Polizei in Rosenheim mitteilt, sei am Samstag bei der Familie von Uli Hoeness ein mehrseitiger Erpresserbrief eingegangen. Der Täter hätte laut Informationen der «Bild»-Zeitung rund 200'000 Euro gefordert.

«In dem Erpresserschreiben werden Herrn Hoeness für seine bevorstehende Strafhaft erhebliche Schwierigkeiten angedroht», heisst es in der Polizei-Mitteilung. Dabei gibt der Verfasser des Briefes an, er habe Einfluss auf den Haftverlauf, egal in welcher bayerischen Justizvollzugsanstalt die Haft verbüsst werden müsse. «Diesen Schwierigkeiten könne Herr Hoeness durch die Zahlung des sechsstelligen Bargeldbetrages aus dem Weg gehen.»

Verletzung auf der Flucht

Gegen 20.45 Uhr hätten daraufhin zivile Fahnder der Polizei in München-Sendling einen 50-jährigen Tatverdächtigen bei der vereinbarten Geldübergabestelle verhaften können. Bei der Flucht habe sich der Mann verletzt und wurde vorübergehend in ein Spital eingeliefert.

Die weiteren Ermittlungen führen nun die Staatsanwaltschaft München II und die Kriminalpolizeistation Miesbach mit Unterstützung von Kriminalbeamten des Polizeipräsidiums München geführt, heisst es. Der 50-jährige Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. 

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Am 13. März brummte das Landgericht München Hoeness eine dreineinhalbjährige Haftstrafe auf, die er bislang noch nicht angetreten hat.

(vst)