Wenn zwei Spezialisten im Team ein gemeinsames Ziel ansteuern, kann Grosses entstehen. So auch bei Stardesigner Hannes Wettstein und der traditionsreichen Möbelmanufaktur Dietiker Switzerland. Die hohe Professionalität des Designers in Kombination mit der fachlichen Expertise des Schweizer Möbelherstellers mündete in zwei höchst innovative Sessel: «Rivo» und «Kalio» heissen die beiden neuen Stücke der Polsterkollektion. «Insbesondere der zweitgenannte Sessel kombiniert die Qualitäten eines Polstermöbels mit dem eines Objektstuhls», sagt Geschäftsführer Hans Rudolf Stör. «Damit setzen wir 2007 echte Trends.» Geboten wird traditionelle Sitzhöhe wie auch Loungesitzhöhe, und zusammen mit «Rivo» ist es das erste Möbel, das der renommierte Gestalter Hannes Wettstein für das Unternehmen in Stein am Rhein entworfen hat.

Der Schweizer Möbelproduzent darf sich damit zur Topliga der Designhersteller zählen, denn auch Artemide, Cassina oder Molteni haben Wettstein-Designs im Programm. Der Sessel kann als Neuinterpretation des eher unauffälligen klassischen Clubsessels gelten. Die Linie mit Sessel und passendem Fauteuil präsentiert sich mit ihrer charakteristischen, stärker ausgeformten Rückenlehne als eigenständiger und dabei doch dezenter Entwurf.

Drehteller aus Aluminium

Ganz anders der Auftritt des zweiten Wettstein-Designs: Hier ging der renommierte Entwerfer das Produkt Polstersessel von Grund auf neu an: «Kalio» ist bequem wie ein Polstersessel – und er funktioniert dabei auch als Einzelstück. Als neuer Typ, so Hannes Wettstein, «eignet sich dieser Sessel sowohl zum Gespräch als auch zur Erholung». Mit seiner einzigartigen Aushöhlung unterhalb der Sitzfläche schafft der Sessel ein ganz eigenes dynamisches Bild. «Komfortabel wie die sprichwörtlich schweren Polstermöbel, aber viel schlanker und sportiv in der Form», soll der Sessel ab sofort sowohl in Konferenzbereichen und repräsentativen Vorstandsetagen, aber auch in modernen Wohnzimmern einziehen. «Der neue Sessel ist aus innovativem Formstoff aufgebaut und ruht auf einem Drehteller aus Aluminium. Das macht ihn nicht nur leicht, sondern auch leicht beweglich», erklärt Matthias Weber, Projektleiter vom Designbüro Hannes Wettstein. Der Sessel ist deshalb auch besonders geeignet für Situationen, in denen Kommunikation gefordert ist.

Marktlücke besetzt

Mit hybriden Polstermöbeln, die den hohen Belastungen im Officebereich standhalten, aber auch im privaten Heim gut aussehen, besetzt Dietiker Switzerland seit 2001 eine Marktlücke. Urs Felber, der vor sechs Jahren nach Stationen bei De Sede, Wilkhahn Schweiz und Vitra Amerika die Traditionsmarke Dietiker als
neuer Inhaber übernahm, forciert die Entwicklung neuartiger ge-polsterter Sitzobjekte für multifunktionale Seminar-, Konferenz- und Empfangszonen sowie das elegante Wohnzimmer. Die ersten Designmöbel gingen schon 1959 in Produktion. Hans Eichenbergers «Saffa»-Stuhl schrieb Designgeschichte. Bruno Reys «Modell 3330» wurde über 1,4 Mio Mal verkauft und sicherte der Manufaktur nebenbei eine bis heute einzigartige Fertigkeit zur stabilen Verklebung von Holz und Aluminium. Carmen und Urs Greutmann, vom Zürcher Greutmann Bolzern Designstudio, haben ebenso für das Unternehmen entworfen wie der in London arbeitende Japaner Shin Azumi und der Gestalter Wolfgang C.R. Mezger aus Eislingen bei Stuttgart. Nicht immer war die Zusammenarbeit so intensiv wie mit dem Büro Wettstein. Von der Formung des Schaumstoffs bis zur Nahtführung des Bezugs liessen die Designspezialisten aus dem Haus des renommierten Gestalters kein Detail unbeachtet. Dabei wussten sie offenbar die handwerkliche Kompetenz des Ateliers zu schätzen. «Die Designer konnten sehr professionell und plausibel erklären, wie jeder Arbeitsschritt ausgeführt werden sollte, haben aber auch bei unseren Fachleuten viel nachgefragt», erinnert sich Entwicklungschef Knöpfel. Im direkten Dialog mit den Formenbauern, Tischlern sowie den Metall- und den Lederspezialisten der Manufaktur in Stein am Rhein wurden die Prototypen Schritt für Schritt optimiert. Die Synthese aus «Respekt vor dem eigenen Entwurf und Eingehen auf die Kompetenz des Partners» habe er so selten erlebt, meint Knöpfel. Die Zusammenarbeit mit Architekten und Designern gehört für die Manufaktur zum täglichen Geschäft.
Stein am Rhein ist längst zur Anlaufstelle für Designspezialisten geworden, die ihre Vorstellung einer individuellen Möblierung eines Lokals, eines Theaters oder eines Büroobjektes auf professionellem Niveau umsetzen wollen. Diese individuellen Einrichtungswünsche werden erfüllt und das Unternehmen versteht sich dabei als Partner, der auch
weniger ausgefeilten Ideen mit eigener Fachkunde und einer gewissen Hartnäckigkeit beim Qualitätsanspruch zur Umsetzung verhilft.