Die dieses Jahr zur Teilprivatisierung anstehende portugiesische Airline TAP ist 2014 unter anderem auch aufgrund vieler Streiks erstmals nach sechs Jahren wieder in die roten Zahlen geflogen. Im vergangenen Jahr seien Nettoverluste von 46 Millionen Euro registriert worden, teilte Firmenchef Fernando Pinto in Lissabon mit.

22 Streiktage, die Verzögerung bei der Inbetriebnahme neuer Flugzeuge und «operative Zwischenfälle» hätten mit insgesamt 108 Millionen Euro negativ zu Buche geschlagen.

Regierung will zu zwei Drittel privatisieren

2013 war das Ergebnis von TAP im Vergleich zum Vorjahr noch um 42 Prozent auf 34 Millionen Euro geklettert. Es war damals trotz der Krise im Euro-Land bereits das fünfte Gewinnjahr in Folge für TAP. Vor den Gewinn-Serie hatte man jedoch 2008 mit einem Minus von 209 Millionen das schlechteste Jahr der inzwischen 70-jährigen Firmengeschichte erlebt. Die schlechten Nachrichten der jüngeren Vergangenheit würden den Wert des Unternehmens vor der Überführung in private Hände nicht beeinträchtigen, versicherte Pinto.

Im Rahmen des Programms zur Sanierung der Staatsfinanzen will die Regierung TAP bis Mitte 2015 zu 66 Prozent privatisieren. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise in Portugal war ein erster Versuch zur Privatisierung der Airline - die wie die Lufthansa dem Verbund Star Alliance angehört - 2012 gescheitert. Die 1945 gegründete TAP hat als grösste Fluggesellschaft Portugals mehr als 13 500 Mitarbeiter. Die Zahl der Passagiere stieg 2014 auf die Rekordzahl von 11,4 Millionen.

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(awp/dbe)