Ermutigende Signale kommen  vor allem aus den Kantonen  Bern, Zürich und St. Gallen, wo über ein Drittel der von Kurzar­beit betroffenen Angestellten beschäftigt sind. Anton Bolliger  vom Berner Amt für Wirtschaft:  Wir sind mit der Kurzarbeit na­he am Höhepunkt – falls er  nicht schon erreicht ist.» Irene Tschopp, Leiterin Kommunika­tion beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, spricht gar von einem «Hoff­nungsschimmer»: Im April sei die Zahl der Voranmeldungen gegenüber März leicht rückläu­fig gewesen, erklärt sie gegen­ über der «Handelszeitung».

Diese positiven Einschät­zungen bestätigt Johannes Rutz, der Leiter des Amtes für Arbeit des Kantons St. Gallen: «Wir ha­ben den Eindruck, dass sich die Kurzarbeitsgesuche vorerst auf dem gegenwärtig hohen Niveau halten werden», glaubt Rutz.

Noch Anfang Jahr hatte es aus den kantonalen Ämtern ganz anders geklungen. So er­klärte etwa das Arbeitsamt des Kantons Aargau, einen solch explosiven Anstieg der Gesuche habe man noch nie erlebt. Im April zeigte dann die gleiche Umfrage, dass sich die Anzahl der um Kurzarbeit nachsuchen­den Firmen innert zwei Mona­ten vervierfacht hatte. Solche dramatischen Entwicklungen sind in den vergangenen Wo­chen nun ausgeblieben. Paul Schwendener, Leiter des Kiga Graubünden, rechnet damit, dass die Zahl betroffener Bündner Betriebe nicht mehr steigt. Allerdings hätten saisonale Faktoren auch einen Einfluss, räumt er ein: Mit Beginn der Sommersaison verbessere sich die Beschäftigungslage im Tourismus. Trotz der sich abzeich­nenden Besserung wird die Fi­anzierung von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit jedoch teuer. Die Arbeitslosenversicherung wird die festgeschriebene Ver­schuldungsobergrenze 2010 überschreiten, wie Serge Gail­lard, Leiter Direktion für Arbeit im Seco, erklärt. «Mit einer  Beitragserhöhung ist darum 2011 zu rechnen», so Gaillard. «Bis dann sollte sich die Kon­junktur wieder erholt haben. Eine weitere Verschiebung lässt das Gesetz nicht zu», betont Gaillard.