Die Schweizerische Post hat in den ersten neun Monaten 2015 einen leicht tieferen Betriebsertrag erzielt, unter dem Strich aber dank eines höheren Beitrags von Postfinance einen etwas höheren Gewinn geschrieben. Für das Gesamtjahr wird jedoch ein Gewinn knapp unter dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Die Post weist für die ersten neun Monate einen 1,7 Prozent tieferen Betriebsertrag von 6,02 Milliarden Franken aus. Der Ebit nahm hingegen um 1,3 Prozent auf 640 Millionen Franken zu, der Reingewinn um 1,8 Prozent auf 503 Millionen Franken. Bei diesen Gewinnzahlen handelt es sich allerdings um normalisierte Werte, die Sondereffekte ausklammern.

Postfinance treibt

Der Hauptgrund für den höheren Betriebsgewinn ist Postfinance, die einen 42 Millionen Franken höheren Ebit von 351 Millionen Franken erwirtschaftete, wie die Post am Dienstag mitteilt. Wesentlich zu dieser Verbesserung beigetragen hätten tiefere Buchverluste auf Finanzanlagen und höhere Transaktionsvolumina an den Devisenmärkten im Zuge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses, heisst es zur Begründung. Die Kundengelder seien jedoch wegen der Einführung von Negativzinsen seit Jahresbeginn um 4,4 Milliarden Franken zurückgegangen.

Alle anderen Sparten steuerten ein tieferes operatives Ergebnis bei. Im Kommunikationsmarkt nahm es um knapp 12 Prozent auf 166 Millionen Franken ab. Dies wird mit «moderaten Mengenrückgängen» begründet. So ging die Anzahl adressierter Briefe um 1,0 Prozent zurück. Im Logistikmarkt verringerte sich der Ebit um gut 2 Prozent auf 95 Millionen Franken.

Knapp unter Niveau des Vorjahres

Umsatzrückgänge im Stückguttransport und Lagerbereich sowie tiefere Erträge im Treibstoffgeschäft hätten durch eine höhere Paketmenge und Optimierungen beim Betriebsaufwand grösstenteils ausgeglichen werden können, teilt die Post mit. Im Personenverkehrsmarkt nahm der Ebit um 19 Prozent auf 29 Millionen Franken ab, was mit einem höheren Betriebsaufwand erklärt wird.

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Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen einen Konzerngewinn (ohne Sondereffekte) knapp unter dem Niveau des Vorjahres an. Aus heutiger Sicht werde ausserdem erwartet, 2015 die finanziellen Ziele des Eigners - also der Eidgenossenschaft - zu erfüllen.

(awp/dbe/ama)