Der Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom und die Post gehen eine Vertriebspartnerschaft ein. Rund 1'600 Poststellen würden ab sofort schweizweit neuen und bestehenden Kunden Produkte von UPC Cablecom verkaufen, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Fokus liege dabei auf den Mobilfunkangeboten. Dank der Partnerschaft könnten die Produkte im Retailbereich nun auch ausserhalb des eigenen Verbreitungsgebiets angeboten werden, heisst es weiter.

Seit über einem Jahr experimentiert UPC Cablecom mit einem Mobilfunk-Angebot. Anfänglich beschränkt auf das eigene Kundensegment, öffnete der Kabelnetzbetreiber im April sein Angebot für alle in der Schweiz wohnhaften Personen. UPC Cablecom bietet laut eigenen Angaben die «günstigsten Tarife ohne Mindestvertragsdauer». Es gibt drei Preismodelle, das teuerste kostet 50 Franken pro Monat.

Trennung von Verkauf und Beratung geplant

Laut einer Comparis-Studie gehören Cablecom-Kunden zu den zufriedensten im Schweizer Telekommarkt. Nur Aldi und Migros schneiden besser ab. Praktisch gleich zufrieden sind Kunden mit einem Coop-, Swisscom oder Yallo-Abo. Am unglücklichsten sind Nutzer von Salt.

Anzeige

Die Kooperation ist nicht die einzige Neuerung bei der Post: Wer einen Brief aufgeben oder eine Einzahlung tätigen will, soll künftig in Poststellen nicht mehr mit Personen anstehen müssen, die sich über längere Zeit beraten lassen wollen. Die Post hat einen Pilotversuch lanciert, der verschiedene Schalter für Verkauf und Beratung vorsieht.

Kontoeröffnung und Handyabo

Die Unterscheidung zwischen schnell abzuwickelnden und zeitintensiveren Geschäften in Poststellen sei ein Kundenbedürfnis, teilte die Post am Mittwoch mit. Neun von zehn Kundinnen und Kunden brauchten keine längere Beratung. Sie sollten in Zukunft effizienter bedient werden.

Gleichzeitig richtet die Post für Kunden, die beispielsweise ein Postfinance-Konto eröffnen oder ein neues Handyabo abschliessen wollen, in ausgewählten Poststellen spezielle Beratungsmöglichkeiten ein. Getestet werde zudem eine generelle Neugestaltung der Kundenzone, schreibt die Post.

Test in 70 Filialen

Die Kunden würden dabei mit visuellen Massnahmen und mit einem angepassten Ticketingsystem auf die neue Art der Kundenbetreuung aufmerksam gemacht. Das neue Konzept wird während den kommenden Monaten schweizweit in rund siebzig Poststellen ausprobiert. Frühestens Ende Jahr entscheidet die Post über eine mögliche flächendeckende Umsetzung der neuen Kundenbetreuung.

(sda/me)