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Post-VR entzieht Chefin Ruoff das Postauto-Dossier

Post-Chefin Susanne Ruoff
Der Post-Chefin Susanne Rouff steht das Wasser bis zum Hals. Quelle: Keystone

Die Aufklärung der Postauto-Affäre liegt nicht länger bei Susanne Ruoff. Derweil fordern Politiker den Rücktritt der Post-Chefin.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Die Postauto-Affäre spitzt sich zu: In einer Mitteilung vom Donnerstag äusserte sich Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller im Zusammenhang mit dem Revisionsbericht des BAV und der öffentlichen Kritik gegenüber der Post und inbesondere von Chefin Susanne Ruoff.

Der Verwaltungsrat unterstütze die eingeleitete Aufklärung bezüglich des Sachverhalts über die ganze Zeitperiode, heisst es in der Mitteilung. Dabei will der Verwaltungsrat aber offenbar auf Nummer sicher gehen und schreibt: «Um nach den Vorwürfen der letzten Tage und Stunden die Objektivität der externen Untersuchung zu gewährleisten, werden die mit der Untersuchung beauftragten externen Experten direkt an den Verwaltungsratspräsidenten rapportieren.»

Politiker fordern Rücktritt von Susanne Ruoff

Damit entzieht Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller Ruoff das Postauto-Dossier, obwohl es eigentlich in das Verantwortungsfeld der Chefin gehört. Derweil sparen die ehemaligen Kollegen von Post-VR-Präsident Schwaller, der vor Antritt seines Amts die CVP-Fraktion der eidgenössischen Bundesversammlung präsidierte, nicht an Kritik. Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass Post-Chefin Susanne Ruoff offenbar seit Jahren über die Buchhaltungstricks bei Postauto Bescheid wusste, fordern bekannte Nationalräte Konsequenzen.

Deutliche Worte findet etwa SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann. Das sei sicher nicht im Sinne von Service public, sagte Nordmann am Donnerstag in der Sendung «Rendez-vous» von Radio SRF. «Ich glaube, sie ist nicht mehr tragbar.» Das Vertrauen sei verspielt. Auch Parteikollegin Edith Graf-Litscher, welche die nationalrätliche Verkehrskommission präsidiert, sagt: «Das ist dicke Post

Auch SVP geht hart ins Gericht

Unter Beschuss gerät Ruoff aber auch von bürgerlicher Seite. Der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner erklärte im Radio SRF: «Wenn das wirklich stimmt, dann muss sie suspendiert werden, bis die Untersuchung abgeschlossen ist.» Das sei völlig klar. Giezendanner hätte schon am Dienstag bei Bekanntwerden der Affäre eine Stellungnahme von Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller erwartet.

Für den Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart muss die Post nun genau darlegen, um was es geht und was genau passiert ist. In einem zweiten Schritt müssten personelle Konsequenzen gezogen werden. Der letzte Schritt sei die politische Aufarbeitung. «Was können wir tun, damit solches Treiben nicht noch einmal passieren kann?»

Vor einem Schnellschuss warnt dagegen der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas. «Zuerst müssen die Vorkommnisse restlos aufgeklärt werden.» Die Post stehe dabei in der Pflicht des Volkes. «Ich erwarte, dass sie totale Rechenschaft ablegt», sagte Candinas auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Erst danach stelle sich die Frage personeller Konsequenzen und ob Post-Chefin Ruoff noch tragbar sei. Laut Candinas fällt dies in erster Linie in den Aufgabenbereich des Verwaltungsrates der Post. Es sei nicht Sache der Politik, ein Köpferollen zu fordern, schon gar nicht auf Grundlage eines Zeitungsartikels.

(sda/tdr/me)

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