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Subventionen
Postauto-Trickserei: Susanne Ruoff wusste doch mehr

Susann Ruoff
Susanne Ruoff: Interne Schreiben setzten sie in Kenntnis über die fragwürdigen Bilanztricks von Postauto. Quelle: Keystone

Dokumente zeigen: Post-Chefin Susanne Ruoff wusste offenbar doch mehr von den Subventionstricksereien bei der Tochterfirma Postauto.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Mit Buchhaltungstricks hat die Post-Tochter Postauto 78,3 Millionen Franken mehr Subventionen eingestrichen, als ihr zugestanden hätten. Diese Summe muss das Unternehmen jetzt zurückzahlen, rechtliche Folgen sind in Prüfung.

Postauto-Direktor Daniel Landolf muss in Folge umgehend in die Frühpension statt Ende April. Finanzchef Roland Kunz wurde per sofort von seinen operativen Aufgaben entbunden. «Die Vorwürfe wiegen schwer», hatte Post-Chefin Susanne Ruoff am Dienstag vor den Medien gesagt: «Ich bedaure, dass es zu dieser langjährigen, nicht gesetzeskonformen Verrechnung von Leistungen kam.»

Ruoff wusste offenbar seit August 2013 von den Vorgängen

Jetzt zeigt sich: Offenbar hat Ruoff als Konzernleiterin doch mehr von den Vorgängen gewusst als zunächst bekannt. Interne Dokumente, die dem «Blick» vorliegen, legen offen: Ruoff hat seit August 2013 von den Vorgängen bei Postauto Kenntnis gehabt. Sowohl sie als auch der damalige Verwaltungsratspräsident Peter Hasler wurden demnach von der internen Revision darauf aufmerksam gemacht, dass «der Wertezufluss punktuell nicht eingehalten wird, was in bestimmten Fällen zu Quersubventionierung zu Lasten des öffentlich finanzierten Geschäfts führt».

In dem Schreiben wurde festgehalten: «Die Geschäftsleitung von Postauto ist sich des Risikos bewusst, sieht aber in Anbetracht der für Postauto definierten Gewinnziele zur Zeit keine andere Möglichkeit.» Man suche nach einer Lösung. Für den Verwaltungsrat, auch das wurde festgehalten, bestehe «kein Handlungsbedarf».

(me)

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