WC-Papier, Zahnpasta, aber auch frische Produkte wie Äpfel, Salat oder Tomaten online kaufen – die Zeit des Internets macht es möglich. Noch ist die Zurückhaltung bei der Bevölkerung spürbar gross. Dies kann am mangelnden Vertrauen liegen, denn sein Essen will man beim Einkauf sehen und fühlen.

Neben Lebensmittelläden bieten neuerdings auch Logistikunternehmen eine solche Dienstleistung an: Ende Mai 2012 startete DHL Deutsche Post mit Online-Lebensmittelhändlern ein Pilotprojekt in Köln. Das Unternehmen übernimmt abends von 18 bis 22 Uhr die Zustellung der Pakete mit frischen Produkten an die Einwohner im Kölner Stadtgebiet. Darunter finden sich Kunden wie etwa Deutschlands grösster Online-Supermarkt Allyouneed.

Übernahme der Logistik

In der Schweiz sieht dies etwas anders aus: Die Schweizerische Post übernehme zwar die Zustellung für Lebensmittelhändler wie «Le Shop» von Migros oder «coop@home», verkaufe aber keine eigenen Lebensmittel, wie Mediensprecherin Nathalie Dérobert auf Anfrage sagt. Eine Lösung, wie sie DHL Deutschland anbietet, sei nicht in Planung.

Doch die Logistik soll weiterentwickelt werden: «Die Post wird Onlinehändlern künftig sämtliche Aufgaben der Wertschöpfungskette abnehmen können», blickt Dérobert in die Zukunft. Darunter fallen auch die Kundenkommunikation, der Kundendienst, der Aufbau und Betrieb des Onlineshops, die Bestellabwicklung, die Zahlungslösung und die komplette Logistik.

Auch DHL Schweiz plane keine Ausweisung ihrer bestehenden Dienstleistungen – im Gegensatz zu Deutschland: «Wir haben die Abendzustellung von Lebensmitteln gerade auf das gesamte Ruhrgebiet ausgeweitet. Im Herbst soll der Service auch in Berlin verfügbar sein», sagt Dunja Kuhlmann, Pressesprecherin der DHL Deutsche Post.

Keine Konkurrenz

Der Markt in Deutschland ist nicht besonders erschlossen: «Hier werden erst 0,2 Prozent der Lebensmittel im Internet gekauft», sagt Kuhlmann weiter. Die Hoffnung auf mehr Verkauf bleibt jedoch bestehen: Die Kunden verlangen beim Transport von Lebensmitteln hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Es sei sonderbar, dass sich viele Leute Bücher nach Hause schicken lassen, aber den 30-Kilo-Sack mit Hundefutter noch Woche für Woche selbst buckeln, sagt Kuhlmann.

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Für die Schweizerische Post wäre die Dienstleistung eine gute Ergänzung bestehender Angebote – gleichzeitig jedoch ein Konkurrenzakt gegenüber Coop und Migros.