Postfinance plant ein eigenes Bezahlsystem, das über das Smartphone via App funktionieren soll. Das Produkt mit dem Namen Twint soll im nächsten Jahr in einem Pilotversuch getestet und bereits in der zweiten Jahreshälfte 2015 auf den Markt kommen, wie Postfinance am Mittwoch mitteilt. Der Finanzdienstleister verhandelt derzeit mit Coop, Digitec und Galaxus über einen Einsatz von Twint, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Für die Entwicklung des Bezahlsystems hat Postfinance im Sommer 2014 eine Tochtergesellschaft gegründet. Das Startup-Unternehmen sitzt in Bern und beschäftigt knapp zehn Leute. CEO ist Thierry Keissler, ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung der Postfinance. Verwaltungsratspräsident ist Hansruedi Köng, Chef des Finanzarmes der Post.

Konkurrenz zu Tapit

Postfinance ist nicht der einzige Anbieter eines digitalen Portemonnaies. So wollen die drei grossen Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange der Bevölkerung die Kreditkarte auf dem Smartphone mit dem im Juli gestarteten System namens «Tapit» schmackhaft machen. Vor der Türe steht zudem wohl auch das von Apple angekündigte Bezahlsystem «Apple Pay».

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Im Unterschied zu anderen Produkten werde für Twint aber weder eine Kredit- noch eine Debitkarte benötigt, und das System funktioniere auch unabhängig von einem Telekomanbieter, heisst es weiter. Damit sei Twint wesentlich kostengünstiger als bisherige Zahlungslösungen. Laut einer Postfinancesprecherin würden derzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie die Twint-Rechnung dann von den Kunden beglichen werden kann. Denkbar sei eine direkte Anbindung an ein Konto. 

(awp/ise/ama)