1. Home
  2. Unternehmen
  3. Postfinance verliert 200 Millionen an Zinsmarge

Banken
Postfinance verliert 200 Millionen an Zinsmarge

Köng
Hansruedi «Housi» Köng, Chef der Postfinance.Quelle: Keystone

Das Staatsinstitut hat Margendruck und braucht Kapital: In den letzten 15 Monaten hat Postfinance 200 Millionen an Zinsmargen verloren.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Beim Staatsinstitut schlagen die Niedrigzinsen nun voll durch: Man habe in den letzten 15 Monaten rund 200 Millionen Franken an Zinsmarge verloren, sagt Sprecher Johannes Möri in der neusten Ausgabe der «Handelszeitung». Die Gesamtzinsmarge reduzierte sich in dieser Zeitspanne um fast 20 Basispunkte auf noch 0,642 Prozent per Ende März. Selbst eine allfällige Zinswende würde Postfinance vorderhand nicht viel helfen, mahnt Möri: «Dieser negative Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen, da immer noch laufend gut verzinste Obligationen verfallen, die wir nur noch zu sehr tiefen Renditen anlegen können.»

Entsprechend eindringlich fordert Postfinance nun rasch die Aufhebung des Kreditverbots. Der Aufbau eines Hypothekargeschäfts würde seine Zeit brauchen. «Umso wichtiger ist es, dass die Politik diesbezüglich nun rasch handelt», sagt der Postfinance-Sprecher. Doch der Skandal um Subventionsschummelei bei Postauto macht dem bundeseigenen Finanzinstitut einen dicken Strich durch die Rechnung.

Die Forderung nach mehr unternehmerischem Spielraum für die gelbe Bank ist derzeit politisch wenig opportun. Der Bundesrat wollte ursprünglich im Juni einen Richtungsentscheid fällen, wie es mit Postfinance weitergeht. Mittlerweile hat die Landesregierung den Beschluss zum Kreditverbot und zur Finanzierung zusätzlicher Eigenmittel auf den Herbst vertagt.

(sda/bsh)

Anzeige