1. Home
  2. Unternehmen
  3. Postfinance verliert die Staatsgarantie

Absicherung
Postfinance verliert die Staatsgarantie

Kundin bei der Postfinance: Rücklagen nicht länger durch Staat gesichert. Keystone

Per Ende September verliert die Post die Staatsgarantie, die Spareinlagen absichert. Künftig sind die Kundengelder allein durch die Einlagensicherung der Banken abgedeckt, die aber knapp werden kann.

Veröffentlicht am 03.09.2017

Die drei Millionen Kunden der Postfinance müssen sich ab Oktober mit einem geringeren Schutz ihrer Spareinlagen begnügen. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, fällt ab diesem Zeitpunkt die Staatsgarantie weg. Der Schritt ist eine Spätfolge des vor fünf Jahren revidierten Postorganisationsgesetzes, das auch zu einer Umwandlung der Postfinance in eine Aktiengesellschaft führte.


Die Kunden des Instituts werden allerdings nicht informiert, auch auf der Internetseite steht nichts dazu. Dies sei gar nicht nötig, erklärt Firmensprecher Johannes Möri gegenüber der Zeitung: «Für die Kunden ergibt sich durch das Auslaufen der Staatshaftung keine Veränderung, weil die Spargelder bis 100'000 Franken weiterhin durch die Einlagensicherung der Banken geschützt sind.»

Allein bei der Postfinance 50 Milliarden Franken

Das bedeutet: Ab Oktober würde im Falle eines Konkurses der für den Einlagenschutz zuständige Verein Esisuisse in die Lücke springen. Dessen Garantie beschränkt sich allerdings auf maximal 6 Milliarden Franken – und zwar nicht pro Einzelfall, sondern im Total aller Banken.

Allein bei der Postfinance erreicht das gesamte Volumen der Kundengelder, welche unter diese Limite von 100'000 Franken fallen, rund 50 Milliarden Franken. Die Bilanzsumme des Instituts beträgt 120 Milliarden Franken. Dennoch stellt sich die Esisuisse auf den Standpunkt, dass die Garantiesumme von 6 Milliarden Franken auch für die zusätzlichen Spareinlagen der Postfinance angemessen bleibe.

Anzeige

Mit diesen Innovationen will die Post punkten

1|4
Lieferroboter 2016 testete die Post den Einsatz von Lieferrobotern. Das Fazit war positiv, kommerzielle Einsätze sind aber noch keine geplant. Zunächst werden die Erfahrungen mit dem Hersteller Starship Technologies diskutiert. E-Health Rezepte und Behandlungspläne sollen künftig online geteilt werden – mithilfe der Post. Der gelbe Riese vernetzt Patienten mit Ärzten, Spitälern und Apothekern. Es ist das grösste Projekt der internen Innovationsabteilung «E».