Es geht nicht um kleine Summen. Zu gewissen Zeiten soll Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi monatlich mehrere Millionen für al Qaida gesammelt haben. Das Geld floss mutmasslich an Zellen in Irak, Jemen, Somalia und Syrien. Dies behauptet zumindest das amerikanische Finanzministerium. Es setzte den 59-jährigen Geschichtsprofessor aus Katar auf die Liste der Terrorismusfinanzierer. Seine Gelder in den USA werden nun eingefroren.

Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi ist in Katar bestens vernetzt und beriet selbst das katarische Königshaus. Gemäss «U. S.  Department of Treasury» überwies der Gelehrte aber beispielsweise im laufenden Jahr 600'000 Dollar via Syrien an al Qaida. Zwischen 2003 und 2004 soll er die Aufständischen im Irak unterstützt und ihnen zweitweise zwei Millionen Dollar pro Monat zukommen lassen haben. Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi gilt nun für die USA als «Specially Designated Global Terrorist».

Ein Mäntelchen der Legalität für al Qaida

Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi ist auch in der Schweiz aktiv - zumindest auf dem Papier. In Genf leitet er als Präsident die Stiftung Al Karama. Ihr Zweck ist es laut Webseite, Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt aufzudecken und Opfern zu helfen. «Individuen mit einem Fuss in der legalen Welt und dem anderen im Umfeld der Terrorismusfinanzierung stellen al Qaida ein Mäntelchen der Legalität zur Verfügung», kommentierte Juan Zarate, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Finanzdepartementes und heutiger Buchautor, gegenüber der Zeitung «Gulf News».

Die Neuigkeiten sind auch unangenehm für Amnesty International. Die Organisation arbeitete immer wieder mit Al Karama zusammen. «Al Karama hat Amnesty International mit Informationen über Fälle von Menschenrechtsverletzungen unterstützt. Bislang konnten wir die Vorwürfe der US-Regierung nicht verifizieren, deshalb auch nicht bestätigen», erklärt eine Sprecherin gegenüber handelszeitung.ch. Die Schweizer Sektion hebe nie direkt mit Al Karama zusammengearbeitet. «Allerdings hatten wir persönlichen Kontakt zu einem Angestellten von Al Karama», so die Sprecherin.

Rascher Rücktritt bei der Fondation Al Karama

In Genf reagierte man auf die Neuigkeiten schnell. Noch am Sonntag tagte der Stiftungsrat der Fondation Al Karama. Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi habe ein Rücktrittsgesuch eingereicht, erklärt ein Sprecher handelszeitung.ch. «Wir nahmen das zur Kenntnis und auch an» so die Organisation in einer Medienmitteilung. Der Präsident habe den Schritt gemacht, um Schaden von der Stiftung fernzuhalten.

Al Karama unterstützt Abdul Rahman Bin Umair Al Nuaimi aber ausdrücklich weiter. Man hinterfrage «die wahre Motivation hinter der Verfolgung» des Professors. Er mache sich nun daran, seine Unschluld zu beweisen.

Anzeige