Auf Antrag der grössten Aktionärin, der Schmolz + BIckenbach KG, wurden Geschäftsleitung und Verwaltungsrat von Schmolz + Bickenbach separat entlastet. Bei diesem Traktandum liessen die Grosssaktionäre erstmals ihre Muskeln spielen: Sie fanden die notwendigen Stimmen, um dem Verwaltungsrat die Décharge zu verweigern. Das Management wurde dagegen entlastet.

Verwässerung als zentrales Argument

Die Décharge lässt den Verwaltungsratspräsidenten kalt. Er erklärt in Ruhe, weshalb der Vorschlag des Verwaltungsrats der bessere ist. Mehr Argumente als dasjenige der Verwässerung kann er allerdings nicht ins Feld führen.

Kurz vor der Abstimmung meldet sich Oliver Thum, der Vorsitzende der Schmolz + Bickenbach KG, endlich zu Wort: «Als grösste Aktionäre ist es unsere pflicht, eine bessere Unternehmensführung zu fordern.» Um die Firma wieder besserzustellen, sei eine grössere Kapitalerhöhung notwendig. Zusammen mit Renova habe man einen Plan für die Zukunft.

Doch dieser Plan überzeugt die Kleinaktionäre nicht. Deren Sprecher Stephan Schmid lobt die aktuelle Führungsmannschaft unter Hans-Peter Zehnder dafür, das sie «endlich mit alten Zöpfen aufgeräumt» haben. Noch drastischer formuliert es Sara Möckli, früher CFO von Steeltec: «Wer nicht bereit ist, ein - absolut übliches - Geheimhaltungsabkommen zu unterschreiben, kann keine ehrlichen Absichten haben», sagt sie an die Adresse von Viktor Vekselberg.

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Ungedult unter den Aktionären

Redner über Redner lässt sich ausführlich darüber aus, weshalb er entweder Vekselberg nicht traut, oder den Verwaltungsrat unterstützt. Den ersten Redner, der sich für ein vorsichtiges Abwägen ausspricht, versuchen einige Aktionäre wegzuklatschen.

Die Unruhe überträgt sich auch auf Verwaltungsratspräsident Zehnder. Seine Antwort auf verschiedene Fragen vonseiten der Schmolz + Bickenbach KG nimmt er zum Anlass, dieser für ihre «stillose Medienoffensive von gestern» rechtliche Schritte anzudrohen.