Sicherheit und Schutz der Bevölkerung sind zentrale Aufgaben der Meteo Schweiz. Der nationale Wetter- und Klimadienst betreibt deswegen ein Netzwerk von drei Radarstationen, welches Niederschlag und Gewitter flächendeckend über der Schweiz überwacht. Dieses Netzwerk liefert rund um die Uhr detaillierte Bilder über Regen, Schnee und Hagel.

Nicht nur für den nationalen Wetterdienst Meteo Schweiz, auch für die privaten Wetterdienste in der Schweiz sind diese Bilder eine unverzichtbare Grundlage für Gewitterwarnungen und Wetterprognosen. Darüber hinaus wer- den die Radardaten von zahlreichen Branchen intensiv genutzt: Flugsicherung, Hochwasserschutz, Bevölkerungsschutz, Wasserwirtschaft, Tourismus, Versicherungen, Landwirtschaft, Wissenschaft und im Ingenieurbereich.

Berge als Hindernis

Die Radaranlagen auf dem Albis in der Deutschschweiz, dem Monte Lema im Tessin und dem La Dôle in der Westschweiz werden im Rahmen des Projektes Rad4Alp durch Geräte der neusten Generation bis 2012 abgelöst. Zudem reichen die bestehenden Anlagen nicht aus, um Niederschläge im Zentralwallis und in Graubünden genau zu erfassen. Zu hoch sind die Berge in diesen Regionen. Sie versperren den bestehenden Anlagen den Blick.

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Meteo Schweiz wird deshalb im Wallis und in Graubünden in den nächsten Jahren je einen weiteren Wetterradar aufbauen. Diese arbeiten wie bisher im C-Band-Wellenbereich und mit Doppler-Auswertung. Die neuen Wetterradare werden detaillierte Niederschlagsinformationen in noch höherer Auflösung liefern.

Die im laufenden Betrieb anfallenden Radardaten stellen höchste Anforderungen an die Datenverarbeitung. Das Radarteam der Meteo Schweiz, das über langjährige Erfahrung in der Radarmeteorologie im Hochgebirge verfügt, wird deswegen verfeinerte Algorithmen und Methoden erarbeiten, um aus den neuen Radardaten zuverlässige und detaillierte Informationen über Regen, Schnee und Hagel abzuleiten.

Ziel ist es, die Atmosphäre und die Wetterentwicklung über der Schweiz flächendeckend und noch genauer zu überwachen. Die Standorte im Hochgebirge stellen dabei eine besondere Herausforderung an die Radarmeteorologen der Meteo Schweiz. So sind zum Beispiel aufgrund der geringen Luftdichte technische Anpassungen am Radarsystem notwendig. Aber auch der Höhenunterschied innerhalb des Wetterradarnetzwerks von rund 2000 m ist bei der Datenauswertung zu berücksichtigen.

Im Auftrag des Staates

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz stellt als nationaler Wetter- und Klimadienst den Benutzern detaillierte und zuverlässige Wetterprognosen zur Verfügung, warnt Behörden und Bevölkerung im Auftrag des Staates vor drohenden Unwettern, betreibt ein umfangreiches Messnetz und analysiert Klimadaten - 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr.

Die drei Regionalzentren in Zürich, Genf und Locarno, das Zentrum für meteorologische Messtechnik in Payerne sowie die Flugwetterdienste an den Flughäfen Zürich und Genf erbringen wichtige Dienste für Gesellschaft und Wirtschaft und stehen in engem Kontakt mit ihren Kunden vor Ort. Über 700 Messstationen in der Schweiz liefern meteorologische Daten der gesamten Atmosphäre, vom Boden bis in eine Höhe von über 30 km.

Hoch aufgelöste Computermodelle berechnen die Wetterentwicklung im Alpenraum. Nationale und internationale Forschungsprojekte tragen zum besseren Verständnis des Wetters und Klimas im Alpenraum bei. Meteo Schweiz ist zudem offizielle Vertreterin der Schweiz in der Weltorganisation für Meteorologie in Genf und anderen internationalen meteorologischen Organisationen wie Eumetsat, Eumetnet, EZMW, Ecomet, ICAO.

In enger Zusammenarbeit mit der Meteo Suisse hat das WTO- Kompetenzzentrum (CC WTO) in den Vorarbeiten für die Publikation des Projektes Rad4Alp im Zeitraum vom Oktober 2008 bis Januar 2009 unterstützt und beraten. Die Beiträge waren schwergewichtig im kommerziellen und vergaberechtlichen Bereich, namentlich ein Aufbau des kommerziellen Teiles und die Beratung bei den Vergabekriterien.

Letztere beinhalteten die Eignungs- und Zuschlagskriterien mitsamt den technischen Kriterien. Mitarbeiter der Armasuisse waren beratend bei der Verabschiedung aller Unterlagen tätig. Zudem zeichnete das CC WTO für die notwendigen Übersetzungen verantwortlich.

Im Zeitraum vom Januar 2009 bis Juni 2009 leistete das CC WTO in den nachfolgenden Bereichen administrative Unterstützung: Es publizierte die Ausschreibung in Simap. Nach der Publikation unterstützte es den Bedarfsträger in den veranstalteten Fragerunden bei der Offertöffnung und der Offertevaluation. Unter der Leitung des CC WTO fanden dann in Zürich die Anbieterpräsentationen statt. Weitere Beiträge wurden bei der Evaluation und in der Vertragserstellung geleistet. Nach der Publikation des Zuschlages durch das CC WTO leistete es Unterstützung bei den Debriefing-Gesprächen und überwachte die Rechtsmittelfristen.

Teil des Kompetenzbereiches

Das zentrale WTO-Kompetenzzentrum ist ein Teil des Kompetenzbereiches «Einkauf und Kooperationen» in der Armasuisse. Die Armasuisse beschafft technologisch komplexe Systeme und Materialien sowie sicherheitsrelevante Technologien. Zudem ist sie Kompetenzzentrum für Qualitätsmanagement, bewirtschaftet die Immobilien VBS und erarbeitet und vertreibt die räumlichen Referenzdaten der Schweiz.

Neben dem Bereich «Einkauf und Kooperationen» ist die Beschaffung in die Kompetenzbereiche Führungs- und Aufklärungssysteme, Luftfahrtsysteme sowie Landsysteme gegliedert. Zusammen stellen sie zuverlässige und effiziente Partner für vielfältige Beschaffungen dar. Armasuisse übernimmt im Beschaffungsablauf die Umsetzung der Vorgaben der Besteller aus Verwaltung und Armee.

Die vier Kompetenzbereiche sind für die aktive Mitwirkung im Planungsprozess der Auftraggeber, das strategische Beschaffungs- und Verkaufsmanagement, die operative Durchführung von Evaluation, Beschaffung, Verkauf und Entsorgung sowie die Unterstützung der Phasen Nutzung und Betreuung verantwortlich.

Mehrwert der Zentralisierung

Innerhalb des Kompetenzbereiches Einkauf und Kooperationen ist das CC WTO schwergewichtig mit kommerzieller und juristischer Beratung und Unterstützung sowie der administrativen Entlastung der Bedarfsträger betraut. Der Mehrwert der Zentralisierung ist einerseits die einheitliche Anwendung der vergaberechtlichen Vorschriften und anderseits das Zusammenführen von kommerziellem Wissen, das querschnittlich für die Bedarfsträger zur Verfügung gestellt wird. Die Rechts- und Verfahrenssicherheit wird erhöht und stellt somit einen optimalen Ausschreibungsprozess sicher.

Die erbrachten Leistungen reichen vom rein administrativen Support bis zur vollständigen Durchführung einer Beschaffung. So kann das CC WTO einen Strauss von Dienstleistungen anbieten. Es sind dies neben der Beantwortung aller anfallenden allgemeinen Fragen über das Beschaffungswesen die Koordination der juristischen Begleitung und die Mitarbeit in Projektteams der Bedarfsträger als kommerzielle Partner.

Des Weiteren bietet das CC WTO einen zentralen Ausschreibungsdienst. Dieser hat vor allem eine administrative Entlastung der Bedarfsträger zum Ziel, wie Übersetzungen, Termin- und Fristenüberwachung, Versand Ausschreibungsunterlagen und zentrale Ansprechstelle für die Anbieter. Zu guter Letzt bietet das CC WTO auch Unterstützung bei Offertpräsentationen, Vertragsverhandlungen und Debriefings sowie eine zentrale Dokumentenablage.