Der Übernahmekampf um die Hotelgruppe Victoria-Jungfrau Collection (VJC) spitzt sich weiter zu. Die Swiss Private Hotel AG (SPH) der Familie Manz hat nun ihr Angebot auf 310 von zuvor 277 Franken je VJC-Aktie ebenfalls erhöht. Damit liegt ihr offerierter Preis wieder über demjenigen des Konkurrenzangebotes der Aevis Holding, die lediglich 305 Franken je Aktie bietet. Die SPH hat ausserdem die Andienungsschwelle ihres Angebotes reduziert von 66,7 Prozent auf 50,1 Prozent, wie der am Donnerstag verschickten Änderung des Kaufangebotes zu entnehmen ist.

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Zeitplan ändert sich erneut

Der Angebotspreis von 310 Franken wird wie üblich durch den Bruttobetrag allfälliger Ausschüttungen (Dividenden etc.) oder Verwässerungseffekte (Kapitalerhöhungen etc.) reduziert. Aufgrund der Erhöhung des Angebotspreises der SPH können allfällige bereits für das Aevis-Angebot erfolgte Annahmeerklärungen bis zum Ablauf der Angebotsfrist widerrufen werden, um das konkurrierende Angebot der SPH annehmen zu können, wird im Angebot ausserdem betont.

Aufgrund der Angebotsänderung ändert sich der Zeitplan erneut. Das Ende der Angebotsfrist ist neu am 13. Februar, die Nachfrist ist für die Periode vom 20. Februar bis 5. März vorgesehen.

VJC wird sich zu gegebener Zeit äussern

Der VJC-Verwaltungsrat hat sich zum erhöhten Angebot von SPH noch nicht geäussert. Laut Aussagen der Pressesprecherin werde dies aber im Rahmen der vorgesehenen Fristen geschehen. Bisher unterstützte er das Aevis-Angebot über 305 Franken. Ebenso hat sich von den Grossaktionären die Société Financière Terramaris (15,5 Prozent) zum Aevis-Angebot bekannt. Wie sich die Londoner KIO (23,9 Prozent), die Berner Kantonalbank BEKB (12,1 Prozent) oder die Gebäudeversicherung Bern (6,1 Prozent) entscheiden werden, ist nicht bekannt.

Familie Manz aktiv

Die hinter SPH stehende Familie Manz verstärkt derweil den Verwaltungsrat um Beat Brechbühl. Zum aufgebesserten Angebot heisst es zudem noch, es liege nun in der Bandbreite der vom Verwaltungsrat der VJC in Auftrag gegebenen Fairness Opinion und entspreche nun den Vorstellungen des Verwaltungsrates der VJC auch in finanzieller Hinsicht. Die Familie Manz unterstreiche damit die Ernsthaftigkeit ihres Angebots.

Man wolle als «gut kapitalisiertes Familienunternehmen» den Hotelbetrieb der VJC nachhaltig und langfristig weiterführen, erklärte Ljuba Manz-Lurje den Entscheid für ein höheres Angebot. Das operative Management der VJC soll behalten und gemeinsam das weitere Wachstum angegangen werden, heisst es weiter.

(awp/tke)