Der Schraubenlogistiker Bossard spürt die Dollarschwäche. Das Unternehmen, welches rund 28% des Umsatzes in Amerika erzielt, erreichte zwar ein Umsatzplus in Lokalwährung von 6% innerhalb der ersten vier Monate des laufenden Jahres. In Schweizer Franken resultierte allerdings nur ein minimales Plus von 0,1% auf 204,3 Mio Fr. «Diesem Währungseinfluss können wir uns nicht entziehen», erklärt Bossard-Finanzchef Stephan Zehnder im Gespräch mit der «Handelszeitung». Andererseits führe der tiefere Dollar aber auch zu sinkenden Kosten, was wiederum kompensierend wirke. Trotz des leichten Anstiegs des Greenbacks in den vergangenen Wochen erwartet er im laufenden Tertial keine Entspannung, schliesslich befindet sich der Dollar nach wie vor unter Vorjahresniveau.

Ohne die Dollarschwäche zeigt das in den vergangenen zwei Jahren restrukturierte Amerikageschäft von Bossard eine Aufwärtstendenz. Grund dafür ist insbesondere der Grosskunde John Deere, der von der Hausse für Agrarprodukte profitiert. «Die Abhängigkeit von John Deere konnten wir nicht verringern», so Zehnder. Die Umsatzsteigerung von Bossard mit dem Hersteller von Traktoren, Rasen- und Grundstückspflegeausrüstungen sei im Verhältnis über jener mit den übrigen Kunden gelegen. Die übrigen US-Kunden spürten laut Firmenangaben dagegen die abflauende konjunkturelle Entwicklung.

US-Konjunktur belastet Bossard

Die schwächelnde US-Konjunktur zeigt aber auch negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Bossard in Asien, insbesondere im Elektroniksektor. «Dieser Sektor ist stark abhängig von Amerika als Abnehmer», weiss Zehnder. Während in China und Indien das Umsatzwachstum eher verhalten ausfiel, erzielten Korea, Thailand und Malaysia überdurchschnittliche Zuwachsraten. «Dies zeigt, dass die Verfassung in dieser Marktregion aber nach wie vor robust ist», so der CFO. Bossard musste in Asien einen Umsatzrückgang um 3,9% auf 24,8 Mio Fr. hinnehmen, während in Lokalwährung eine Verbesserung um 4,2% resultierte.

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Nach wie vor solide präsentierte sich die Dynamik in Europa, trotz einer Verlangsamung gegenüber den starken Vorjahren. Grössere Sorgen dürften Bossard im laufenden Geschäftsjahr die starken Preissteigerungen bei den Rohstoffen bereiten. Dank einer vorsichtigen Einkaufsdisposition konnte die Bruttogewinnmarge im 1. Tertial 2008 mit 35% auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Unter dem Strich resultierte ein gegenüber der Vergleichsperiode um 2,3 Mio Fr. höherer Betriebsgewinn von 17,7 Mio Fr. und eine Ebit-Marge von 9,1% sowie ein Reingewinn in der Höhe von 13,8 Mio Fr. (plus 3,2 Mio Fr.).

Nachdem auch in der zweiten Jahreshälfte mit weiter steigenden Rohstoffkosten gerechnet wird, muss Bossard nun aber Preiserhöhungen am Markt durchsetzen. «Die Verhandlungen mit unseren Kunden laufen auf Hochtouren», sagt Zehnder. Erste Preiserhöhungen wurden bereits kommuniziert. Dagegen sei eine Absicherung der Rohstoffkosten kaum möglich. «Das breite Sortiment, die unterschiedlichen Materialien sowie die Verknappung des Stahldrahts lassen eine längerfristige Einkaufsdisposition nicht zu.»

Finanzchef hält an Zielen fest

Trotz der Herausforderungen durch eine mögliche Konjunkturverlangsamung und der steigenden Rohstoffkosten hält Bossard an den Zielen für das Gesamtjahr 2008 fest. So will der Schraubenlogistiker eine Umsatzsteigerung in Lokalwährung von 5% sowie eine Gewinnsteigerung erreichen, die über dem Umsatzzuwachs liegt. Dazu gilt die Aufmerksamkeit der Firma unter anderem der Kundenakquisition. Aufgrund von ersten Umsatzmeldungen für den Monat Mai stellt Bossard in gewissen Ländern allerdings eine Abschwächung der Umsatzdynamik fest. «Sie liegt aber innerhalb von Bandbreiten, wie wir sie immer wieder von Monat zu Monat feststellen», sagt Zehnder.