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Prognose
«Preiserosion mehrerer hundert Millionen Franken»

Swisscom-Shop in Bern: Das herausfordernde Marktumfeld zwingt Swisscom auch zu sparen. (Bild: Keystone)

Swisscom leidet unter dem Preiszerfall am Telekommarkt. Dazu beigetragen hat laut dem Finanzchef auch das Mobilfunkangebot «Infinity». Derweil sind Entlassungen bei Swisscom durchaus möglich.

Veröffentlicht am 04.06.2013

Der Preiszerfall im Schweizer Telekommarkt geht weiter. Für das Gesamtjahr geht die Konzernleitung des Marktführers Swisscom von einer ähnlichen Entwicklung wie in den vergangenen Jahren aus: «Wir rechnen auch dieses Jahr mit Preiserosionen in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken», sagt Finanzchef Mario Rossi. In jüngster Vergangenheit hatte auch das neue Mobilfunkangebot «Infinity» zum Preisdruck beigetragen. Die seit Mitte 2012 angebotenen Handy-Tarife haben zunächst den durchschnittlichen Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) vermindert. Ab Anfang 2013 sei der ARPU aber stabil, sagt Rossi.

Ob das Infinity-Angebot in naher Zukunft angepasst wird, lässt Rossi offen: «Aktuell sind keine konkreten Anpassungen vorgesehen», so Rossi. Swisscom habe aber genügend Spielraum: «Wir haben verschiedene Möglichkeiten, das Angebot anzupassen, beispielsweise mit den inbegriffenen Roaming-Volumen. Auch bei den Datenraten könnten wir noch stärker differenzieren."

Sparen angesagt

Das herausfordernde Marktumfeld zwingt Swisscom auch zu sparen. Rossi sieht aber von grösseren Personaleinschnitten in Form von Auslagerungen ab: «Im Ausland betreiben wir im Gegensatz zu unseren Konkurrenten kein Call Center. Wir haben auch keine Pläne, eine Auslagerung von Call Centern ins Ausland durchzuführen.» Outsourcing-Pläne gäbe es im Informatikbereich im Rahmen eines Pilotprojekts. Falls dies erfolgreich verläuft, würde dies im Nachzug «eine tiefe dreistellige Zahl» Personen betreffen. Das Pilotprojekt sei aber noch nicht gestartet, es befände sich noch in der Konzeptphase und beginne frühestens 2014, sagt Rossi.

Bei den Dividenden ist derweil nicht mit grossen Änderung zu rechnen. Für das laufende Jahr verspricht der Telekomkonzern erneut eine Dividende von 22 Franken - dies unter der Voraussetzung, dass die eigenen Ziele erreicht werden. Da auch im nächsten Jahr wieder hohe Investitionen anstehen, geht Finanzchef Rossi auch für 2014 von einer stabilen Ausschüttung aus. Was danach gelte, hänge vom Investitionsvolumen und von der Umsatzentwicklung ab. Im Gespräch hält der Finanzchef aber fest, dass ab 2015 die Investitionsausgaben sinken könnten.

Rossi bestätigt zudem die Guidance für 2013: «Wir rechnen weiter mit einem Jahresumsatz von 11,3 Milliarden Franken sowie einem EBITDA von mindestens 4,25 Milliarden Franken»

(rcv/tke/awp)

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