Auf dem Finanzplatz Genf verabschiedet sich eine Privatbank nach der anderen vom Modell mit unbeschränkt haftenden Teilhabern. Nach Pictet und Lombard Odier kündigte am Montag auch Mirabaud an, sich in eine Aktienkommanditgesellschaft umzuwandeln. Die grösste verbliebene «echte» Genfer Privatbank Bordier will von einem solchen Schritt hingegen nichts wissen.

»Wir sind überzeugt, dass dieses Modell unserer Grösse und unserer Situation angepasst ist», sagte Grégoire Bordier, einer der Teilhaber der Privatbank, in einem Interview in der Westschweizer «Le Temps» (Ausgabe vom Mittwoch). «Wir sind stark an die Vermögensverwaltung gebunden.»

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Das Modell der unbeschränkten Haftung sei entscheidend für die Kunden. «Die unbeschränkte Haftung wird vom Kunden anerkannt und beeinflusst seine Entscheidung», erklärte Bordier.

Hinsichtlich der Risiken einer solchen Haftung gab sich der Privatbankier optimistisch. «Wir beobachten die Risiken auf operationeller und politischer Ebene aufmerksam. Letztere sind in der Tat weniger vorhersehbar als früher», sagte Bordier. «Wir halten sie aber momentan für kontrollierbar.»

(tke/sda)