In unserem Metier geht es weniger um den Ruf des Einzelnen, sondern vielmehr um die Frage, welchen Service, welche Werte, welche Qualität der Kunde mit dem Image einer Bank verbindet. Bei der Bank Julius Bär pflegen wir einen stark kundenorientierten Ansatz. Kundenzufriedenheit ist der entscheidende Gradmesser unseres Erfolgs. Dieser Ansatz beeinflusst sämtliche Aspekte unseres Geschäfts und ermöglicht uns, langfristige Partnerschaften aufzubauen. Dabei spielen Integrität, Vertrauen, Kontinuität, erstklassige massgeschneiderte Dienstleistungen und Performance eine zentrale Rolle. Es ist unbestritten, dass das Image der Banker unter der Finanzkrise gelitten hat. Es ging viel Vertrauen verloren. Wir müssen jetzt umso verantwortungsbewusster handeln, um das Vertrauen in das Banking generell zurückzugewinnen. Die Krise bietet aber auch Chancen, die Beziehung zu den Kunden zu vertiefen und neue Kunden zu gewinnen, die von ihrer Bank enttäuscht worden sind. Ich stelle fest, dass die Kunden unser konservatives Profil als reiner Vermögensverwalter mit einer offenen Produkteplattform sehr schätzen. Bankdienstleistungen braucht es überall, aber die Schweiz wird weiterhin ein bedeutender Finanzplatz bleiben. Unser Heimmarkt ist mit seinen Standortvorteilen wie grossem Private-Banking-Know-how, guter Infrastruktur, Vielsprachigkeit, Sicherheit, hoher Servicequalität, Spitzenmedizin, erstklassigem Bildungsangebot und landschaftlicher Schönheit nach wie vor sehr attraktiv. Mehrwert wird durch eine individuelle und umfassende Beratung generiert. Damit kann man sich als Bank von Produktvertreibern differenzieren.

Vertrauen, erstklassige Beratung und die individuelle Betreuung der Kunden werden auch in zehn Jahren die zentralen Werte im Private Banking sein. Zudem werden die Performance und die internationale Diversifikation noch wichtiger sein als heute. Dazu braucht es für die Banken eine gewisse kritische Grösse, weshalb die Zahl der in der Schweiz aktiven Institute wohl deutlich kleiner sein wird als heute.

Als CEO der Vontobel-Gruppe ist es mir ein Anliegen, die Tugenden des ehrbaren Kaufmanns, die leider etwas in Vergessenheit geraten sind, zu vermitteln und neu zu beleben. «Sagen, was man denkt, und tun, was man sagt» ist meine Maxime, denn letztlich ist das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Partners die Grundlage jeder Beziehung.Ich beobachte in der Öffentlichkeit einen wachsenden Unmut gegenüber einzelnen Vertretern der Finanzindustrie und gegenüber der Branche als Ganzes. Der Ruf nach einer neuen Bescheidenheit ist leider vielerorts ungehört geblieben. Insofern kann ich den Verdruss nachvollziehen, würde mir aber dennoch eine etwas differenziertere Betrachtungsweise der Kritiker wünschen. Die überwiegende Mehrheit der Schweizer Bankangestellten hat sich nichts vorzuwerfen und leistet sehr gute Arbeit. Gleiches gilt für die Bankiers von kleinen und mittelgrossen Finanzinstituten. Es geht meines Erachtens weniger um das wo, als vielmehr um das wie. Ich bin sicher: Finanzinstitute, die wie die Vontobel-Gruppe auf ein konservatives Wertesystem setzen, werden auch in Zukunft das Vertrauen der Kunden gewinnen. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind Solidität, Stabilität und Verlässlichkeit. Kurzfristiges Gewinnstreben und risikoreiche Anlagestrategien haben hier keinen Platz. Sicherheit vor Rendite muss die Devise lauten, denn das Risikoverständnis einer Bank sagt viel über deren Fähigkeiten aus, die ihr anvertrauten Vermögenswerte - umsichtig vorausschauend - verantwortungsvoll zu betreuen.Das makroökonomische Umfeld sowie die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingen haben sich grundlegend verändert - und werden sich weiter ändern. Nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, der aus meiner Sicht eine Krise der politischen Institutionen folgen könnte, ist eine «neue Realität» entstanden. Damit müssen wir uns auseinandersetzen mit allen daraus resultierenden Risiken und Chancen. Diese «neue Realität» oder, wie es die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) einmal formulierte, die «neue Normalität» in der Finanzindustrie wird unter anderem durch strukturelle Veränderungen und einen hohen Konsolidierungsdruck im Markt geprägt sein.

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Ich stehe ein für ein transparentes und integres Private Banking. Mein Fokus gilt dem Kunden und seiner Zufriedenheit. Meine Aufgabe sehe ich nicht in der Gewinnmaximierung um jeden Preis. Vielmehr steht die langfristige Entwicklung im Vordergrund. Dann profitiert der Kunde, aber auch Sarasin. Deshalb bin ich überzeugt, dass nur ein Private Banking, das auf nachhaltigen Prinzipien basiert, auf die Dauer erfolgreich sein kann. Vertrauen bildet die Grundvoraussetzung, dass ein Kunde uns sein Geld anvertraut. Dieses muss langfristig aufgebaut werden. Denn es basiert auf Beständigkeit, Verlässlichkeit und Diskretion. Diese Werte vertrete ich nicht erst seit der Finanzkrise, sondern sie sind mir seit jeher ein Anliegen und leiten mich in meiner Arbeit.Das Image der Banker hat im Zuge der Krise stark gelitten. Dabei werden Investment-und Privatbanker oft in denselben Topf geworfen. Besonders auch die Bonusdiskussion respektive die Tatsache, dass in gewissen Bankenbereichen dieses Thema absolut vorherrschend ist, schaden dabei der gesamten Branche. Ich sehe aber auch, dass die Kunden durchaus differenzieren können. Sie erkennen vertrauenswürdige und solide ausgerichtete Institutionen, die eine langfristige Strategie verfolgen. Wir konnten gerade auch in einem schwierigen Marktumfeld neue Kunden in substanziellem Umfang für uns gewinnen. Dieses Vertrauen verpflichtet, sich langfristig auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten.Wir spüren einen gewissen Margendruck. Jedoch sind wir nicht vom Produktverkauf abhängig. Bei unserem Angebot setzen wir ausschliesslich auf Bereiche, in denen wir dem Kunden einen echten Mehrwert liefern und damit auch eine berechtigte Basis für einen angemessenen Preis besteht. Die Finanzkrise hat zu hohen Cashbeständen in den Portefeuilles der Kunden geführt. Sie sind noch immer vorsichtig und halten mehr Bargeld als in normalen Zeiten. Wir sehen aber auch, dass aufgrund der hervorragenden Performance vermehrt unsere gemanagten nachhaltigen Mandate nachgefragt werden. Dank unserer 20-jährigen Erfahrung im Angebot nachhaltiger Anlagen verfügen wir hier über einen Wettbewerbsvorsprung, der sich für unsere Kunden auszahlt.Das rechtliche und politische Umfeld sowie die Prämissen für die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung verändern sich und fordern alle Banken im Rahmen ihrer langfristigen Strategie beziehungsweise deren Umsetzung. Die Komplexität der sich verändernden Kundenansprüche wird nochmals ein erhöhtes Mass an individuellen und innovativen Beratungsansätzen erfordern. Die Generationen von morgen sind äusserst mobile Weltbürger. Der vermögende Kunde bewegt sich über verschiedene Rechtssysteme, über verschiedene Steuerdomizile hinweg. Neben Fach-Know-how werden interkulturelles Verständnis und die Vorteile einer international agierenden Bank noch stärker gefragt sein.

Ich vertrete kein Image, sondern die Qualitäten unserer Bank und die Interessen der Kunden. In meiner täglichen Arbeit stelle ich den Kunden in den Mittelpunkt, und zwar zu 100%. Durch einen ausgezeichneten Service für unsere Kunden tragen wir zum Image beziehungsweise zur Reputation der Bank bei. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, zuzuhören und sich Zeit für die Kunden zu nehmen. Im Profil des Bankers hat Sozialkompetenz nebst der Fachkompetenz einen riesigen Stellenwert. Dafür stehe ich ein.Das Image eines Kundenbetreuers, der auch in der Finanzkrise gegenüber seinen Kunden transparent und offen war, hat sich nicht verändert. Wenn der Kunde die ihm individuell vorgeschlagene Anlagestrategie versteht, kann er auch marktbedingte Entwicklungen nachvollziehen. Dem Thema Risikobegrenzung und Risikoanalyse wird heute zu Recht ein höherer Stellenwert - auch im Rahmen unseres umfassenden Beratungsprozesses - beigemessen. So stellen wir sicher, dass der Kunde diejenigen Dienstleistungen erhält, welche seiner Risikobereitschaft entsprechen und welche er versteht.Die Bank muss ihrem Kunden einen echten Mehrwert bieten, beispielsweise durch die Vermögensverwaltung über Mandate. Diese werden je nach Kundenprofil an Bedeutung gewinnen. Hier kann die CS die volle Expertise des Asset Management einbringen. Oder beispielsweise bei der Nachfolgeberatung für einen Unternehmer. Dort können unsere Spezialisten aus dem Investment Banking einen entscheidenden Beitrag leisten.Der Private-Banking-Standort Schweiz wird sich dank der Stabilität, aber auch dank dem umfassenden Know-how weiter abheben können. Kompetenzwettbewerb und Kostendruck, u.a. aufgrund von Regulierungen, dürften zu einer weiteren Branchenkonsolidierung führen. Die Credit Suisse ist in einer hervorragenden Ausgangslage. Wir sind gut kapitalisiert, haben hervorragend ausgebildete Mitarbeiter, eine überzeugende Produkt- und Servicevielfalt - und wir sind international ausgerichtet. Das alles macht uns für den Kunden noch attraktiver.

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