Unter dem Begriff Nanotechnologie versteht man Materialien und Strukturen, die mit technischen Prozessen und Dimensionen typischerweise zwischen 1 und 100 Nanometern hergestellt werden. 1 Nanometer entspricht 1 Milliardstelmeter. Die spezifischen Eigenschaften dieser kleinsten Strukturen werden für neue Technologien (etwa in Medizin und Informatik), Materialien (Autos, Kosmetika), aber auch für Esswaren und auf anderen Gebieten nutzbar gemacht. Synthetische Nanomaterialien sind bewusst produzierte Materialien, die über Bestandteile im Nanobereich verfügen.

Und obwohl der Nanotechnologie ein bedeutendes wirtschaftliches Potenzial eingeräumt wird, sind auch die möglichen Risiken nicht auszuschliessen. Als Gefahr wird die Möglichkeit gesehen, dass Nanopartikel in den Menschen eindringen und sich schädlich auswirken können. Um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie die Gentechnologie, der gegenüber insbesondere in Europa eine kritische Haltung herrscht, sind die Nanowissenschafter seit einiger Zeit bemüht, den Dialog über diese neue Technologie mit der Öffentlichkeit zu suchen. Das ist der richtige Weg, um von Anfang an mögliche Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden. Auch der Bundesrat hat sich in seinem verabschiedeten Bericht «Aktionsplan synthetische Nanomaterialien» in die Diskussionen eingeschaltet. Die Landesregierung will insbesondere die Kommunikation fördern, um eine sachliche Auseinandersetzung über Chancen und Risiken der Nanotechnologie zu ermöglichen.

Der eingeschlagene Weg eines breit angelegten Dialogs aller Beteiligten darf nach der Stellungnahme des Bundesrates nicht vernachlässigt werden. Denn einiges ist noch unklar geblieben. Die Risiken beispielsweise, die von den synthetischen Nanomaterialien ausgehen können, sind keineswegs in genügendem Umfang bekannt. Im laufenden nationalen Forschungsprogramm «Chancen und Risiken von Nanomaterialien» und im Zusammenhang des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU soll das notwendige Wissen erarbeitet werden. Ob dies tatsächlich gelingen wird und ob andererseits regulatorische Massnahmen notwendig sind, kann noch nicht abschliessend beantwortet werden. Deshalb setzt der Aktionsplan primär auf die Eigenverantwortung der Industrie. Die Selbstkontrollmechanismen müssen deshalb gestützt werden. Und wenn eine Risikobeurteilung vorliegt, werden allfällige rechtliche Anpassungen ausgearbeitet. Hoffen wir auf eine gute Lösung für alle.

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