ABB vertraut seit Jahren auf Profibus, den Weltmarktführer unter den industriellen Feldbusstandards. Zur Integration von Feldgeräten bietet ABB Profibus in besonderen Leitsystemen (800xA) an. So werden Niederspannungsanlagen über die bewährte Automatisierungstechnologie in die Leittechnik von Kraftwerken integriert.

Das ist beispielsweise bei den Gasturbinenkraftwerken im türkischen Petkim und ebenso im indischen Hazira sowie bei den beiden Kraftwerken in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, der Fall. Auch in Kehrichtverbrennungsanlagen von ABB ist Profibus mit Erfolg im Einsatz, und in der Abfallverwertungsanlage Raba im deutschen Thüringen zum Beispiel wurden komplette Anlagenteile – etwa zur chemischen Wasseraufbereitung – von verschiedenen Lieferanten via Profibus in das Leitsystem integriert.

Im italienischen Kombikraftwerk in Gissi gingen die Automatisierungsspezialisten von ABB noch einen Schritt weiter als in den erwähnten Gasturbinenkraftwerken. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die man auf Feldebene bei Gasturbinen gemacht hatte, wurde nun die Profibusanwendung auf diverse Bereiche wie Abhitzkessel, Wasserdampfkreislauf und weitere Nebensysteme erweitert.

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Erleichtertes Asset Management

«In Gissi können wir nun erstmals die vollen Möglichkeiten ausschöpfen. Dieses Kraftwerk ist für uns künftig die Messlatte, was die Anwendung der Profibustechnologie anbelangt», sagt Esther Gelle, Head of Development Power Generation bei ABB Schweiz.

Wie andere Feldbussysteme reduziert und vereinfacht Profibus aufwändige Verkabelungen und verhindert damit undurchsichtige «Kabelsalate». Durch die redundante Führung wird die Verfügbarkeit entscheidend erhöht.

«Profibus erleichtert für unsere Kunden zudem das sogenannte Asset Management, also die Überwachung, Bewirtschaftung und Optimierung von Betriebs- und Produktionsmitteln einer Anlage. Eine Kraftwerksanlage zählt bis zu 50000 Assets», erklärt Esther Gelle. Die Diagnosefähigkeit wird dank der mitgelieferten Software zusätzlich unterstützt, womit Störungen schneller behoben werden können, was letztlich auch die Energieeffizienz erhöht.

Verschiedene sogenannte GSD-Files werden über Datenträger in die Engineering-Stationen eingelesen und stehen somit für die Steuerung, Bedienung und Überwachung im Leitsystem zur Verfügung. So gelingt es, die Schnittstellen vereinfacht zu integrieren und transparent für den Betrieb und den Unterhalt zu dokumentieren.

Zwei neue Kraftwerke in England

Esther Gelle fügt hinzu: «Und besonders wertvoll ist, dass wir zusätzliche Profibussignale jederzeit ohne Neuverkabelung flexibel in das System einbinden können.»

Bei ABB arbeitet man entsprechend an einer vereinfachten Anbindung und rüstet die Systeme weiter auf. Demnächst sollen zwei weitere Anlagen mit Profibusschnittstellen in Betrieb genommen werden, nämlich zwei vergleichbare Kraftwerke in England.