STARRAG-HECKERT. An der Börse gehört Starrag-Heckert zu den kleinen Stars. Gut 60% legte die Aktie des Herstellers hochprä-ziser Fräsmaschinen in den vergangenen 365 Tagen zu und notierte zuletzt um 730 Fr.

Die jüngste Nachricht aus dem Headquarter auf dem Rorschacherberg dürfte weitere Investoren anlocken: Starrag-Heckert schüttet wieder einen Gewinn aus. «Ja, davon gehe ich aus», sagt CEO Frank Brinken gegenüber der «Handelszeitung». Die Starrag-Investoren haben dürre Zeiten hinter sich, allen voran Walter Fust, der als VR-Präsident mit gut 50% an Starrag beteiligt ist (und bis Ende November auch Jelmoli präsidiert). Die Aktionäre des Maschinenbauers verzichteten in den vergangenen sechs Jahren fünf Mal auf eine Dividende und bewahrten so den ehemals angeschlagenen Betrieb vor dem endgültigen Niedergang.Heute läuft das Geschäft wieder wie geschmiert. «Wie es aussieht, werden wir das vergangene Rekordjahr übertreffen können», sagt Brinken – 2006 setzte Starrag 190 Mio Fr. um und erwirtschaftete einen Betriebsgewinn auf Stufe Ebit von 10,9 Mio Fr. Die Ebit-Marge lag bei 5,8%. Im 1. Halbjahr 2007 lag die Umsatzrendite bereits bei 6,8%. «Im Gesamtjahr 2007 werden wir unser mittelfristig angelegtes Ebit-Margenziel von 7 bis 8% bereits erreichen oder sogar übertreffen», so Brinken. Zwar spürt auch Starrag die steigenden Rohwarenpreise und den schwachen Dollar. «Doch wir haben uns für 2007 ausreichend abgesichert», beruhigt der CEO, «die Margen konnten geschont werden.»

«Neue Aufträge sichtbar»

Einen Wachstumsschub versetzte Starrag nicht zuletzt die Branchenmesse EMO, die im September in Hannover über die Bühne ging. «Im Umfeld der Messe haben wir auch über einige bedeutende Aufträge aus dem osteuropäischen Nutzfahrzeugmarkt gesprochen», berichtet Brinken. Weitere Bestellungen verzeichnete Starrag aus dem Bereich Windkraft. «Zum Teil schlagen sich die Aufträge bereits in den Zahlen zum 3. Quartal 2007 nieder, die wir am 16. November 2007 publizieren.» Zusätzliches Wachstumspotenzial verspricht die strategische Partnerschaft, die Starrag im September mit der chinesischen Luftfahrtindustrie unterzeichnet hat. Starrag schloss mit der China National Aero Technology International Supply Corporation (CATIC) zunächst ein Memorandum of Understanding, womit die Schweizer in den kleinen Kreis vorgerückt sind. Nun laufen weiterführende Verhandlungen. Was das Abkommen mit CATIC unter dem Strich für Starrag bedeuten wird, kann Brinken denn auch noch nicht abschätzen. Der Entwicklungsprozess der chinesischen Luftfahrtindustrie dürfte rund zehn Jahre in Anspruch nehmen. Bisher haben die Chinesen einen Regionaljet für den Inlandverkehr und ein Mittelstreckenflugzeug geplant. Die ersten Regionaljets sollen ab 2008 den Betrieb aufnehmen, erste Aufträge an den Schweizer Maschinenbauer müssten also in absehbarer Zeit eintreffen. Starrag erwirtschaftet heute in China einen zweistelligen Millionenbetrag. Wie gross das Steigerungspotenzial dank CATIC sein wird, lässt Brinken offen.

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«Interessante Firmen zu teuer»

Neben der komfortablen Auftragslage ist auch die Firmenkasse von Starrag gut gefüllt. Per Ende Juni 2007 verfügte das Unternehmen über Eigenkapital in der Höhe von 83,2 Mio Fr., die Nettoverschuldung lag bei 5,3 Mio Fr. Die jüngste Übernahme – des Genfer Werkzeugbauers SIP – liegt eineinhalb Jahre zurück. Doch Brinken winkt ab. «Der Branche geht es gut, die Preise für interessante Firmen sind zu hoch.» Zudem habe Starrag noch Hausaufgaben zu erledigen. «Unser Bestellungseingang ist lebhaft, wir haben viel zu tun», sagt Brinken. «Gleichzeitig ist die Lage auf der Seite der Zulieferer angespannt, die Wartezeiten sind lang und die Liefertreue hat stark abgenommen.»Sollten allerdings im Rahmen einer Nachfolgeregelung interessante Unternehmen auf den Markt kommen, schaue man sich diese selbstverständlich an, betont Brinken. «Doch derzeit ist kein konkretes Projekt in der Pipeline.»