Fifa-Präsident Sepp Blatter hat ein umfassendes Reform-Programm für die Fifa initiiert, schreibt die Handelszeitung. Lord Peter Goldsmith, ehemaliger Generalstaatsanwalt Grossbritanniens und Mitglied der Fifa-Governance-Kommission, bestätigt: «Blatter treibt die Reformen.» Zu den Reformen gehören ein verstärktes Controlling, eine professionelle Governance, unabhängige Gremien.

Blatter gab im Zug der Reformen seine Einzelunterschrift ab. Neu wird Blatters Lohnpaket von einem Dreiergremium bestimmt. Das Kompensationskomitee besteht aus dem Vorsitzenden Domenico Scala (ehemaliger CEO Nobel Biocare) und den beiden Mitgliedern Jean-Pierre Pedrazzini (Kadervermittler Egon Zehnder) und Julio Grondona (Präsident des Argentinischen Fussballverbands, Vize-Präsident Fifa-Exekutivkomitee).

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«Mehr Transparenz» beim mächtigsten Sportverband der Welt

Goldsmith, der heute Mitglied des britischen Oberhauses und Europa-Chef einer US-Anwaltskanzlei ist, zu Blatters Motivation: «Blatter will das Haus in Ordnung bringen. Er will in Erinnerung bleiben als jener Präsident, der die Reputation der Fifa stärkte.»

Goldsmith war prominentes Mitglied des Independent Governance Committee unter Professor Mark Pieth, die Ende 2013 nach zweijähriger Beratertätigkeit bei der Fifa aufhörte. Goldsmith ist mit der Umsetzung beim Weltfussballverband zufrieden: «Es gibt viel Bewegung zum Guten. Heute gibt es einen neuen Code of Conduct, einen Code of Ethics, es gibt Gremien, die deren Einhaltung kontrollieren, es gibt mehr Transparenz, es gibt eine unabhängige Untersuchungsbehörde, es gibt einen unabhängigen Richter, es gibt einen erfahrenen Auditor.»

Fifa-Umsatz im Milliardenbereich

Die Fifa ist der mächtigste Sportverband der Welt. Der Umsatz erreicht 1 Milliarden Franken, der Gewinn 200 Millionen. Die Fussball-WM in Brasilien wird dank TV-Rechten und Merchandising locker 1,5 Milliarden in die Kasse spülen und die Reserven (1,3 Milliarden) weiter anschwellen lassen. In Kanton Zürich lieferte die Fifa 2012 eine Gewinnsteuer von 17 Millionen Franken ab, ein Jahr zuvor waren es etwas über 4 Millionen.

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