Die Lage am Mittelmeer hat Griechenland schon seit jeher als Produzent von landwirtschaftlichen Gütern prädestiniert. Auf den Inseln ebenso wie im gebirgigen Hinterland lassen sich Oliven, Trauben, Milchprodukte, Honig und verschiedenste Kräuter kultivieren. Dazu kommt in den küstennahen Gebieten der Fischfang. Für die staatliche Exportagentur Hellenic Foreign Trade Board (Hepo) gehören diese agrarischen Erzeugnisse zu den wichtigsten Aushängeschildern. «Wir möchten in erster Linie unsere eigenen Markenprodukte direkt ins Ausland verkaufen», sagt Generaldirektorin Anastasia Garyfallou. Früher wurde das griechische Olivenöl noch massenhaft nach Italien geliefert, um danach unter italienischer Etikette in die weite Welt zu gehen. Das soll sich jetzt ändern. Immer mehr hochwertige Endprodukte werden auf modernen industriellen Anlagen im eigenen Land erzeugt. Beim Olivenöl wirkt sich auch eine vom italienischen Parlament im letzten Sommer verabschiedete Gesetzesänderung positiv aus. Die Produzenten müssen das Herkunftsland der verwendeten Oliven und den Ort der Pressung angeben. «Griechisches Olivenöl ist eines der besten. Der Hinweis zu den Herkunftsländern auf den Produkten wird uns sicher helfen», meint Panagiotis Karantonis, Direktor der Olivenölproduzenten-Vereinigung in Griechenland.

Italienisches Olivenöl ist auch in der Schweiz äusserst beliebt. Die wenigsten Konsumenten wissen jedoch, dass von den jährlich produzierten 650000 t nur gerade rund 20% aus dem heimischen Anbau stammen. Der Rest wird importiert, vorwiegend aus Griechenland und daneben aus Spanien und der Türkei. Die neuen Herkunftsbestimmungen in Italien sind Wasser auf die Mühlen der griechischen Exportpromotoren. Sie wollen das eigene Olivenöl vermehrt in jene Länder, wie etwa die USA, bringen, die zuvor fast ausschliesslich mit italienischen Erzeugnissen bedient wurden.

Zudem hat die Exportagentur vor drei Jahren unter dem Markennamen «Kerasma» eine Initiative gestartet, mit der griechische Nahrungsmittel, Weine und Spirituosen weltweit als «gesunde Kost vom Mittermeer» vermarktet werden. «Wir wollen das Image für unsere Produkte mit einer Werbekampagne verbessern», umschreibt Anastasia Garyfallou die eingeschlagene Promotionstrategie. Nebst Nordamerika sind die Länder der Europäischen Union, allen voran Deutschland, wichtige Zielmärkte. Auch die Schweiz ist wegen der touristischen Verbindungen ein gewichtiges Absatzland. Das gilt neuerdings speziell für den griechischen Wein, der qualitativ in die Spitzenklasse vorgestossen ist.

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Griechenland will sich nicht nur bei den landwirtschaftlichen Gütern profilieren, sondern unternimmt auch grosse Anstrengungen beim Export von Informationstechnologien und Dienstleistungen. Eine grosse Zahl von kleinen und mittleren Unternehmen hat sich in Nischenmärkten der Informatik eine globale Leaderstellung aufgebaut. Im Bereich der Baumaterialien sind es vor allem die Aluminiumproduzenten, die im Weltmarkt mit hochwertigen Endprodukten an der Spitze mithalten. Dazu kommen die Marmorlieferanten mit Rohmaterialien, die speziell in Europa gefragt sind.

Die Exportagentur veranstaltet in Athen und Thessaloniki regelmässig grosse Messen, um ausländischen Interessenten die eigenen Güter und Dienstleistungen vor Ort zu präsentieren. Zur besseren Verankerung auf den internationalen Märkten sind Spezialisten für einzelne Wirtschaftssektoren ständig mit Roadshows unterwegs.