Wie lässt sich eine Blitz-bestellung der Swisscom über 32000 Verkaufseinheiten mit Handys samt Zubehör von einem Tag auf den anderen logistisch problemlos abwickeln? Wie wird die Ware innert weniger Stunden geprüft, gescannt, umverpackt, mit Formularen ausgestattet und spediert? Für Urs von Ins, Logistikchef von Also, und seine Crew kein Problem.

Sämtliche Prozesse sind IT-gestützt und basieren auf den sogenannten Hybrid-Logistics. Sie sind das Herz aller Aktivitäten der Also Logistic Services, welche sich als Outsourcing-Partner für die Branchen IT, Telekommunikation, Unterhaltungselektronik und elektrische Haushaltgeräte etabliert hat (siehe Grafik).

Unter einem Dach

Als Erstes sticht beim Besuch des 150000 m3 umfassenden, modernen und Licht durchfluteten Gebäudes ins Auge, dass hier gleiche Artikel von verschiedenen Mandanten mit unterschiedlichen Artikelnummern an einem einzigen zentralen Ort lagern. Swisscom, Orange, Sunrise, Tele2 einerseits und HP, Sony, Microsoft, BenQ oder Logitech anderseits sind für einmal unter einem Dach vereint, das konkurrenzielle Umfeld bleibt draussen.
«Mindestens 95% aller in der Schweiz benützten Handys lagern hier oder waren hier einmal gelagert», sagt von Ins auf dem Rundgang und deutet auf Berge von Schachteln, die von flinken Händen geöffnet und deren Inhalt eingelesen, kodiert und mit Betriebsanleitungen versehen werden.
Lange dauert dieser «Zwischenaufenthalt» der Ware auf den verschiedenen «Produktionsinseln» allerdings nicht. Denn bei Also konnte, dank Hybrid Logistics, die durchschnittliche Prozess-Durchlaufzeit von rund 43 Stunden auf eine Stunde verkürzt und die Logistikkosten einer Bestellung auf allen Logistikstufen von 180 auf 50 Fr. gesenkt werden, was einer Reduktion um satte 72% entspricht. Klingt beinahe unwahrscheinlich, lässt sich aber problemlos vor Ort verfolgen.

Anzeige

Komplette Stufe eingespart

Und so funktioniert es: Der zeitliche und Kosten reduzierende Quantensprung konnte nur dank einer firmenübergreifenden Prozessoptimierung erreicht werden. Die Eigentumsübertragung erfolgt ausschliesslich systemtechnisch, ohne physische Verschiebung der Ware. Auf diese Weise wird eine komplette Logistikstufe eingespart, weil folgende Arbeitsschritte wegfallen:

• Der Wareneingang samt Eingangskontrolle und Einlagerung,
• der Warenausgang samt Kommissionierung, Ausgangskontrolle, Bereitstellung und Verlad,
• der Transport.


Logistik-Philosophie

Auf seine Grundsätze für diese speditive Abwicklung von Aufträgen angesprochen, muss sich Urs von Ins nicht lange besinnen: «Als engagierter Businesspartner steht für uns der Kundennutzen an erster Stelle. Wir verstehen uns als Teil der Wertschöpfungskette, die wir mit qualitativ hoch stehenden Marktleistungen laufend optimieren.» Ziel sei letztlich eine langfristige Partnerschaft, die sich für beide auszahle.
Diesem Credo dient – beispielsweise – ein aufwendiger Service, für den, wie für viele Funktionen, nur qualifizierte Logistikfachleute mit hoher IT-Kompetenz ausgewählt werden. Die Rede ist vom Retoureservice.
Wir beobachten Markus Mühlebach bei seiner Sisyphos-Arbeit. Neben ihm schlecht und recht verpackte Handys, die angeblich nicht den Bedürfnissen entsprechen oder gar schadhaft sein sollen. In mühseliger Kleinarbeit versucht er, die Wahrheit herauszufinden. Hat der Käufer bereits damit telefoniert? Ist das Gerät wirklich kaputt oder wurde einfach
die Betriebsanleitung missinterpretiert?
Dank der eingangs erwähnten betriebsspezifischen Computersoftware, in der nicht nur jede Bewegung, ja sogar der vom Auftraggeber gewünschte Zahlungsmodus aufgezeichnet wurde, kann Mühlebach sofort den «Lebensweg» des Handys zurückverfolgen. Mehr noch: Dank der Vernetzung mit dem Auftraggeber wird dieser sofort über die Retoure-Sendung und den Stand der Dinge informiert. «Das ist es, was wir unter einer gesamten Wertschöpfungskette verstehen», sagt Markus Mühlebach.

------
www.also.ch

------

Collaboration

Gut funktionierend mit Dualstrategie

Wachstumsfelder
Also gliedert sich in einen Grosshandels- und einen Dienstleistungszweig. Das Unternehmen mit Sitz in Emmen erhöhte seinen Umsatz im letzten Jahr auf 1 Mrd Fr. Wachstumsfelder sind Unterhaltungselektronik, High-End Storage und IT-Verbrauchsmaterial. Auch die Logistikdienstleistungen verbesserten ihren Beitrag zum Gesamterfolg, sie liegen gemäss unseren Schätzungen bei knapp 20%. Die Dual-Strategie Grosshandel und Logistikdienstleister bewährt sich insofern, als dass beide Bereiche sich gegenseitig ergänzen und – zusammen mit dem direkten Kundenservice – ein Beispiel für eine gut funktionierende Collaboration sind.