Das Wachstum beim Warenprüfkonzern SGS ist im ersten Halbjahr 2014 wie erwartet ins Stocken gekommen. Der Umsatz ging in der Berichtswährung Franken sogar leicht um 1,8 Prozent auf 2,81 Milliarden Franken zurück, wie SGS am Donnerstag mitteilt. Dabei hat erneut der starke Franken auf die Entwicklung gedrückt: In Lokalwährungen wuchs SGS mit 5,3 Prozent. Das organische Wachstum belief sich auf 4,0 Prozent, während die insgesamt vier zugekauften Gesellschaften 1,3 Prozentpunkte zum Anstieg beigetragen haben.

Wachstumsdämpfer bleibt die Sparte Minerals Services, wo der Umsatz in Franken um knapp 17 Prozent und in Lokalwährungen um 6,0 Prozent zurückgegangen ist. Demgegenüber legte das wichtige Öl- und Gasgeschäft um 3,2 Prozent (+8,9 Prozent in LW) zu, wie aus dem Bericht weiter zu entnehmen ist.

Rückläufige Nachfrage im Industriegeschäft

Das operative Ergebnis der Gruppe auf Stufe EBITDA lag vor Sonderfaktoren (Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs- oder Integrationskosten) um 3,5 Prozent tiefer bei 554 Millionen CHF (+5,3 Prozent in LW). Der bereinigte EBIT sank um 4,2 Prozent auf 420 Millionen (+4,9 Prozent) mit einer um 0,4 Punkt auf 15,0 Prozent gesunkenen operativen Marge. Für die Restrukturierung vor allem im Zusammenhang mit der rückläufigen Nachfrage im Mineral- und europäischen Industriegeschäft hat SGS im Halbjahr 8 (VJ 12) Millionen CHF aufgewendet.

Nach Abzug der Sonderfaktoren verbleibt ein EBIT in der Höhe von 397 Millionen CHF. Unter dem Strich lag der den Aktionären zurechenbare Reingewinn bei 255 Millionen, was ein Rückgang um 3,8 Prozent (+6,3 Prozent in LW) bedeutet. Um Sonderkosten bereinigt wäre der Gewinn um 4,5 Prozent auf 275 Millionen gesunken (+5,4 Prozent in LW).

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SGS hat mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Im Vorfeld wurde im Durchschnitt (AWP-Konsens) ein Umsatz von 2,83 Milliarden CHF, ein EBIT vor Sonderfaktoren von 440 Millionen sowie ein unbereinigter Reingewinn von 277 Millionen erwartet.

Firma nimmt Ausblick leicht zurück

Im Ausblick nahm das Unternehmen die Erwartungen für das laufende Jahr leicht zurück. Das Management rechnet neu mit einem organischen Umsatzwachstum von «rund 6 Prozent» (bisher «über 6 Prozent»). Die Marge soll derweil weiterhin verbessert werden. Man werde an der eingeschlagenen Dividendenpolitik festhalten, so der Bericht.

An der vergangenen Bilanzmedienkonferenz im Januar versprach CEO Chris Kirk, dass die Dividendenausschüttung für die kommenden drei Jahren mindestens auf Höhe der diesjährigen Zahlung von 65 CHF je Aktie bleiben wird. Ein Nachfolger für CFO Geraldine Matchett, die das Unternehmen noch im Juli verlässt, werde zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

(awp/me/gku)