Die EU-Kommission eröffnet ein «eingehendes Prüfverfahren» zur Übernahme des Medizinaltechnikunternehmens Synthes durch den US-Konzern Johnson&Johnson.

Die europäische Behörde muss nun innert 90 Arbeitstagen entscheiden, ob der Zusammenschluss den Wettbewerb in Europa «erheblich behindern» würde.

Durch den geplanten Zusammenschluss würde auf einigen Märkten mit bereits hoher Konzentration ein weiterer Wettbewerber wegfallen, heisst es in einer Mitteilung der EU-Kommission vom Freitag. Mit Synthes und J&J würden sich zwei führende Hersteller vom Implantaten und Instrumenten für die Wirbelsäulenbehandlung zusammenschliessen.

Der Wegfall eines starken Konkurrenten könnte sich auch negativ auf die Innovationstätigkeit auswirken und für Patienten eine geringere Auswahl sowie höhere Preise für die betreffenden orthopädischen Medizinprodukte zur Folge haben, befürchtet die EU-Kommission. Sie werde nun die Auswirkungen des Zusammenschlusses eingehend prüfen, um festzustellen, ob sich diese Bedenken bestätigten.

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Die Synthes-Aktionäre wollen an einer ausserordentlichen GV am 15. Dezember über die Annahme des Übernahmenangebots abstimmen, das J&J im vergangenen April unterbreitet hatte.

(kgh/rcv/sda)