Die Publigroupe leitet strategische Schritte zur nachhaltigen Stärkung ihrer Wettbewerbsposition und der Profitabilität ein. Der Online-Bereich bleibt der zentrale Wachstumstreiber, während die traditionelle Werbevermarktung erneut restrukturiert wird. Um die Aktionäre auszubezahlen, werden Immobilien verkauft. Das Doppelmandat an der Unternehmensspitze wird abgeschafft. Für das laufende Geschäftsjahr ergeht eine Gewinnwarnung.

Wie die Gruppe am Donnerstag im Vorfeld eines Investorentages mitteilt, soll insbesondere die Vermarktung digitaler und multimedialer Medienplattformen rasch und nachhaltig ausgebaut und dynamisiert werden, aufbauend auf den dezentralen Stärken in der Printvermarktung. Ein weiteres wichtiges Standbein bleibe die Vermarktung von Werberaum in Kinos.

«Wir glauben nach wie vor an das Printerzeugnis. Wir sind aber überzeugt, dass sich die Werbeumsätze in diesem Bereich kurzfristig nicht stabilisieren lassen», wird CEO und VR-Präsident Hans-Peter Rohner zitiert.

Wachstumstreiber Online

Search & Find respektive local.ch würden als zentrale strategischer Eckpfeiler der Gruppe mit dem Joint Venture-Partner Swisscom weitergeführt, heisst es weiter. Digital & Marketing Services (DMS) konzentriere sich auch in Zukunft auf die Weiterentwicklung des digitalen Portfolios, namentlich auf die beiden Wachstumstreiber Zanox (Partner Springer) und Namics. Die genannten Bereich entwickeln sich den Angaben zufolge positiv und leicht über den Erwartungen.

Klassische Vermarktung restrukturiert

Die klassische Werbevermarktung unter der Marke «Publicitas» stärker digital positioniert. Der Verkaufsaussendienst werde bis 2014 von heute 35 Standorten auf 3 sprachregionalen Zentren gebündelt und das internationale Netz «gezielter auf Märkte ausgerichtet». Ferner soll die gesamte Auftragsverarbeitung «end-to-end» digitalisiert und harmonisiert werden.

Die Massnahmen sollen den EBIT bei Publicitas bis zum Jahr 2015 um 18-24 Millionen Franken verbessern. 2010 betrug der Bereichs-EBIT 0,5 Millionen Franken. Die Restrukturierung wird indes zu einem Abbau von 200 Arbeitsplätzen führen, mehr als die Hälfte davon falle im Ausland weg. Die Umsetzung werde von Bereichs-CEO Beat Roeschlin geführt, begleitet von einem Leitungsausschuss aus VR-Mitgliedern.

Verkauf der Immobilien - Gewinnwarnung

Publigroupe werde ferner 2012 einen Grossteil des Immobilienportfolios verkaufen. In Lausanne und Bern würden vier Liegenschaften zum Verkauf ausgeschrieben. Der Nettoverkaufserlös im mittleren zweistelligen Millionenbereich soll weitestgehend an die Aktionäre fliessen. Der Verkauf der Liegenschaften ändere indes nichts am Holding-Standort, der in Lausanne verbleibe.

Zudem wird CEO Hans-Peter Rohner per Generalversammlung 2012 von seinem Amt zurücktreten und sich auf das Verwaltungsratspräsidium konzentrieren. Die künftigen operativen Führungsstrukturen der Gruppe würden Anfang März 2012 beschlossen und kommuniziert.

Zusammen mit den strategischen Anpassungen muss die Gruppe für das laufende Jahr eine Gewinnwarnung aussprechen. Der Jahresgewinn 2011 werde tiefer ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Grund dafür ist das eingetrübte Marktumfeld im Bereich Media Sales und dabei insbesondere im traditionellen Printgeschäft. Die Gruppe stellt neu für das laufende Jahr einen Umsatz im Bereich von 1,3 bis 1,4 Milliarden Franken und einen EBIT leicht unter Vorjahr in Aussicht. Der Reingewinn werde entsprechend tiefer als im Vorjahr ausfallen. Noch Ende August war von einem EBIT über dem Vorjahr die Rede.

(rcv/tno/sda/awp)